Heideloff erhielt von seinen Verwandten den Rat, seine weitere Ausbildung durch Reisen zu vollenden

Heideloff erhielt von seinen Verwandten den Rat, seine weitere Ausbildung durch Reisen zu vollenden, und so besuchte denn der junge Künstler zuerst Amsterdam , wohin er von mehreren Freunden, und namentlich von dem bekannten Petrus Schenk, — einem berühmten Künstler seiner Zeit — eingeladen wurde. Allein nach einiger Zeit wurde Holland in den spanischen Erbfolgekrieg verwickelt und so verließ Heideloff dieses Land, um einem Ruf in die fürstliche Abtei Werden an der Ruhr zu folgen. — Hier leitete er die Ausschmückung der dortigen Kirchen, und der Ruf, den er sich hiebei erwarb, hatte die Folge, dass ihn der Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz, ein großer Kunstfreund, nach seiner Residenz berief, um in Gemeinschaft mit dem damaligen Hof-Bildhauer Grepel an dem Modelle zu einem colossalen Pferde von Bronze zu arbeiten. — Von da ging Heideloff nach Mann- heim, wo er die metallenen Löwen an der großen Pyramide auf dem Paradeplatz, und das große Wappen an dem Residenz- Schlosse verfertigte.

Nach dem Tode des Kurfürsten von der Pfalz berief der Kur- fürst von Köln den Künstler nach Bonn ; wo dieser aber erst im Jahre 1718 eintraf, um an dem Bau der neuen Residenz Theil zu nehmen. Hier verlebte Heideloff einen Zeitraum von 26 Jahren und sowohl der Gründer dieses Prachtgebäudes, der verstorbene Kurfürst, als auch sein Nachfolger Clemens August, schätzten ihn als denkenden, vielseitigen Künstler, als achtsamen, vielerfahrenen Mann, und beide Fürsten ehren ihn oft mit vertrauter Unterhaltung. Die kurfürstliche Favorite Pappeldorf, und andere fürstliche Anlagen haben viele Arbeiten von Heideloff aufzuweisen; vorzüglich aber wurde er von seinem Fürsten, der zugleich Bischof zu Münster und Paderborn war, in die Kirchen dieser Städte berufen, um neue Altäre und Chorstühle auszuschmücken. — ;

Im Jahre 1734 wurde er von dem Kurfürsten von Mainz, Phi- lipp Carl, mit Genehmigung des Kurfürsten von Köln nach Mainz berufen, um dort an der kurfürstlichen Favorite die Leitung der reichen Dekorierung zu übernehmen. Hier bildete er viele Junge Künstler, und errichtete eine Privat-Akademie, welche der für Kunst und Wissenschaft begeisterte Capitular, Graf Lothar von Stadion, hochsinnig unterstützte.

Heideloffs vorzüglichste Arbeiten sind: Die innere Dekorierung des deutschen Ordenshauses, welche Kurfürst Clemens August durch ihn ausführen ließ, und eben diese Arbeit war es, die ihm die Gunst des Kurfürsten von Mainz verschaffte; die innere Verzierung der Collegiat-Kirche zu unserer lieben Frauen, wie auch des Schotterm-Klosters; die Stukkatur-Arbeit der St. Peter-Kirche, welche im Jahre 1754 erbaut, und von dem Mailänder, Joseph Appiani ausgemalt wurde. Auch das Altarblatt von dem Seitenaltar zur Linken des Chors ist von Heideloff gemalt, und ebenfalls die Ignatius-Kirche wurde von ihm ausgemalt und verziert;

Als sechsundneunzigjähriger Greis hatte Heideloff fünf römi- sch-deutsche Kaiser auf dem Thron gesehen, nämlich: Leopold I., Joseph I., Karl VI., Karl VII., und Franz II.; er starb unter der Regierung Josephs II. und bei den Vorrichtungen zu den Krönungs-Feierlichkeiten der drei letzt genannten Monarchen war er immer sehr thätig.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_1ITrAAAAMAAJ