Heideloff, Carl Alexander

Heideloff, Carl Alexander, Maler und Architekt , wurde 1788 zu Stuttgart geboren und seine von der Natur angedeutete Bestimmung erkennend, betrat Heideloff frühzeitig die steile Bahn, die nur Auserwählte zu einem erfreulichen Ziele führt. In der hohen Carls-Schule zu Stuttgart begann unter Leitung seines Vaters, welcher, wie schon oben erwähnt, Professor dieser Anstalt war, des Knaben theoretische Bildung; dieses herrliche Institut wurde aber damals aufgehoben, und es blieb nur noch eine Kunstschule, übrig, welche der berühmte Kupferstecher G. von Müller, Scheffauer, Hetsch, Danneker, und Heideloff’s Vater eine Zeitlang leiteten, bis auch sie endlich aufhörte.

Heideloff, Carl Alexander.

Für frühzeitige Praxis sorgte inzwischen das Schicksal selbst: Heideloff musste seinen erblindeten Vater als Maler und Dekorateur unterstützen, ja teilweise ersetzen, und diese an sich traurige Veranlassung erweiterte des jungen Künstlers Kenntnisse im Fache der Architektur bedeutend. Eben dieser Umstand, verbunden mit glühender Liebe zur deutschen Heimat, wirkte entscheidend auf des Künstlers Kunstrichtung ein; während andere Kunstgenossen im Auslande sich umhertrieben, und nur zu oft als Folge unreifer Wanderschaft die „geistig unerfasste Auslandskunst in verdorbenen, oder missverstandenen Formen zur Heimat trugen, sah sich Heideloff auf die Betrachtung deutscher Dome, Klöster, Burgen und Städte beschränkt, und ward so, diese Gebilde immer tiefer seiner Phantasie einprägend, einer, der Wiederhersteller und eifrigster Beförderer des altvaterländischen oder altdeutschen Baustils. Entgegen dem alten Spruche, dass das Land der Kunst, das Vaterland des Künstlers sei, behauptete Heideloff die umgekehrte Regel, dass nämlich ohne Vaterland kein wahrer Künstler, ohne Nationalität oder Übereinstimmung mit dem Charakter des Landes und seiner Bewohner keine dauernde Kunst sei. Er sah die Italiener italisch, die Franzosen französisch bauen, und fand es grundlos, dass Deutsche eines deutschen Baustyles entbehren sollten. Darum suchte er das aus der Vergangenheit noch Bestehende zu erhalten, oder auch in zweckgemäßen Verbesserungen der Gegenwart anzupassen.

Die Zeit Napoleons konnte solcher Ansicht und Bestrebung kein günstiges Feld bieten, dagegen erhob aber der nun neu beginnende Aufschwung Deutschlands auch die Thatkraft und Hoffnung deutscher Künstler. In seinem Geburtsorte nicht hinreichend erkannt, folgte Heideloff einem höheren Rufe nach Coburg, von wo ihn nach fünf Jahren ununterbrochener Thätigkeit ein sehr ehrenwertes Vertrauen als städtischer Conservator und Architekt, dann als Professor an der polytechnischen Schule in die ehrwürdige Vaterstadt Albrecht Dürer’s führte.

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