Hegesias, oder Hegias, zwei Namen, mit welchen zwei griechi- sche Künstler bezeichnet werden, die aber nach Thiersch (Epe- chen S. 130 ff.) einen und denselben Künstler bedeuten, da Hegias aus Hyssis abgekürzt ist, wie denn wahrscheinlich schon die Alten der geläufigen Abkürzung statt der ursprünglichen lan- gen Form sich bedient haben. Plinius und Pausanias nennen einen attischen Bildner Hegias unter den alten Künstlern neben Critias und Ageladas, und bei Lucian wird ein Hegesias mit dem Critias als Zeitgenosse verbunden. Lucian bezeichnet die Werke dieser Künstler als gespannt, nervig, hart und nach festen Li- nien ausgestreckt, und Aehnliches urtheilt Quintilian auch von Hefe- sias. Er vergleicht seine und jene des Aegineten Callon mit den harten, tuskischen. Pausanias nennt von Hegias keine Arbeit, Plinius aber lobt seine Pallas und Pyrrhus, der bei Plinius das Prädikat Rex erhält, so dass man glauben könnte, es sei dieses
durch seine Abentheuer berühmte, den Römern wohl be- kannte, Pyrrhus, König von Epirus ; allein Heyne, Thiersch, Hirt u. a. glauben, dass dieser Pyrrhus der Sohn des Achilles gewe- sen. Die Stelle des Plinius lautet aber: Hegiae Minerva Pyrrhus- que rex laudatur: et Celetizontes pueri, et Castor et Pollux ante aedem Jovis tonantis Hegesiae, so dass es scheint, Plinius habe zwei Notizen in sein Werk aufgenommen, und daher findet man auch den Namen eben so vielen verschiedenen Künstlern gegeben. Thiersch bringt aber die Lesart des Pollinger Codex bei, wo Age- siae, statt Hegesiae zu lesen ist und dadurch gewinnen wir einen Namen, der an den großen Künstler, der den borghesischen Fech- ter gemacht hat, erinnert; allein das jonisch-attische Hyesias heißt durisch Aynsias, wie sich der berühmte Ephesier Agasias als Jo-
nicht geschrieben haben wird. So bemerkt K. O. Müller: „und „Thiersch stimmt bei. Die Wirksamkeit des attischen Künstlers Hegias oder Hegesias fällt wohl zwischen Ol. 66—76, nur bleibt einiger Zweifel übrig, ob mit diesem Hegias — Hegesias auch der Plinianische zusammenfällt, jener der „die nzaidıs Keleri- Covres, reitende Knaben zur Verherrlichung von Siegen mit dem Rennpferde, xAns, gefertiget. Indessen schon Hiero der ältere von Syrakus ließ seine Siege in dieser Gattung durch bronzene Denkmäler ehren, und der xafs xelerı&wrv mit der Siegespalme auf Münzen des Königs Philipp von Macedonien, ist hart genug, um die Entstehung in Hegias Zeit zu setzen. Was die angebliche Gleichzeitigkeit des Ageladas und Hegesias, mit Phidias anbelangt, könnte man dahin, bescheiden, dass ihre späteren Jahre mit den früheren des Phidias zusammentreffen.
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