Hautmann, Hippolit

Hautmann, Hippolit, Bildhauer und Hofstuccator zu München, der Sohn des Obigen, wurde 1802 geboren, und nach zurückge- legten Gymnasialstudien auf der Akademie seiner Vaterstadt Mün- chen zum Künstler gebildet. Er fühlte sich besonders zur Verzie- rungsbildhauerei gezogen, und in diesem Fache hat er bereits Tüchtiges geleistet, da er zu München Gelegenheit fand, durch zahlreiche Aufträge sein Talent zu vervollkommnen. Anfänglich beschäftigte ihn L. von Klenze in der h. Grotten, und hierauf

unternahm er eine Reise nach Frankreich . Er arbeitete in Paris , aber zu Rheims bot sich ihm bei der Krönung Karls X. noch bes- sere Gelegenheit dar. Hier wurde in der Kathedrale ein pracht- voll im altdeutschen Stil dekoriertes Saal hergestellt.

Nach Vollendung dieser Arbeit ging Hautmann nach England , um die Architektur und Ornamente der zahlreichen in diesem Lande befindlichen gotischen und normannischen Kirchen zu stu- diren, bis er 1820 wieder ins Vaterland zurückkehrte, wo er fortan mit Aufträgen überhäuft wurde, da sich von jener Zeit an die durch König Ludwig I. herbeigeführte Glanzperiode der Kunst in Mün- chen datirt. Er decorirte zwei Säle der k. Glyptothek, den schö- nen Saal des Herzogs Maximilian in Bayern , lieferte Arbeiten für die Pinakothek, und im neuen Residenzflügel, der unter dem Na- men des Königsbaues bekannt ist, sind in den oberen Gemächern die meisten Ornamente aus seinem Atelier hervorgegangen. Die Stuccaturarbeiten in den Niebelungen-Sälen führte er nach den Skizzen des Prof. J. v. Schnorr aus. Von ihm sind auch das Na- tionaldenkmal in Oberwittelsbach, jenes in Aibling und die Sculp- turen der neuen Pfarrkirche in der Au. Auch für die Ludwigs- kirche führte er Ornamente aus, so wie auch mehrere Capitäle in der Basilika des hl. Bonifacius. Arbeiten von seiner Hand sind auch im Residenzneubaue gegen den Hofgarten.

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