Hauber, Joseph, Historienmaler , geb. zu Geradsried bei Kempten 1766, gestorben zu München 1854. Sein erster Meister war A. Weiss, zu Rettenberg und hierauf ging er in die Akademie der Künste nach Wien. Nachdem er sich hier umgeschieden, besuchte er auch die Kunstschule in München, wo er damals den Rat des Bildhauers Roman Boos und des Hofkammerraths Dorner genoss. Auf Anrathen des ersteren bildete er sich in der Zeichenkunst besser aus, und Dorner machte ihn mit den Grundsätzen der Malerei vertrauter.
Anfangs malte er Bildnisse und Copien nach Van Dyck, Rubens, G. Dow und Mieris und diese Werke erwarben ihm vollen Beifall. Man glaubte damals in München , dass keiner im Stande sei, diese Meister besser zu copiren, als Hauber. Mittlerweile lieferte er auch eigene Compositionen, die Talent verriethen, und so wurde er 1800 an J. Oefele’s Stelle zum Professor an der Zeichnungsakademie in München erwählt. König Maximilian bestätigte ihn 1808 bei der Errichtung der Akademie der Künste in gleicher Eigenschaft, und nun war fortwährend seine Zeit zwischen dem Unterricht in derselben und der eigenen Ausübung seiner Kunst geteilt. Er malte eine beträchtliche Anzahl von Bildern, und darunter sind mehr als 50 Altarstücke. Den anderen Teil machen die Staffeleigemälde und die Bildnisse aus. In der Pfarrkirche zu Altenötting ist die Hochzeit zu Cana von ihm gemalt, und in jener zu Schärding ist die Einsetzung des Abendmahls von seiner Hand. In der Kirche zu Schwabing ist seine Sendung des heiligen Geistes und in jener zu Thalkirchen bei München sind seine Bilder der heiligen Anna und der Flucht nach Ägypten. In der erwähnten Stadt sieht man in der heiligen Geistkirche seine Gemälde, welche Christus als Gärtner und den Traum des heiligen Joseph vorstellen. Für die Brunnenkapelle in Reichenhall malte er das 15 Fuss hohe Altarbild des heiligen Rupert, wie er die Arbeiter anweist, den Schacht aufzugraben u. s. w. In München sind auch Staffeleibilder von Hauber, und darunter ist besonders ein Crucifix mit Maria und Johannes, und die Erweckung der Toten nach Ezechiel zu erwähnen. Das erstere hat der berühmte G. Bodmer lithographiert. Andere Gemälde von seiner Hand stellen Adam und Eva vor und nach dem Falle, Johannes als Kind, den Heiland, die heilige Jungfrau, Magdalena, das Urtheil des Paris, die heilige Familie, die Grablegung, Venus und Amor, etc. Auch Familienstücke malte dieser Künstler. Ferner ist er als Kunstkenner zu rühmen. Seine, für einen Privatmann nicht unbedeutende, Sammlung wurde 1856 versteigert.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_1ITrAAAAMAAJ