Einleitung

Vorrede.

Der fünfte Band dieses neuen allgemeinen Künstler- Lexicons ist ohne Vorweis meiner Obhut entkommen, da ich dieses überhaupt nicht für notwendig fand, weil den im Gebiete der Kunst Unerfahrenen auch ein solcher Wegweiser nichts nützt, und der Sachverständige sich an denselben nicht zu halten braucht. Eben dieser weiß es auch sehr wohl, dass bei einem Unternehmen dieser Art die Grenzen unendlich weit gezogen sind, und dass bei dem sorgfältigsten Nachforschen doch etwas verborgen bleiben kann. Auch verschmähe ich jede Art von An- preisung, da sich, falls etwas Gutes an der Sache ist, diese selbst lobt, und wenn diesem Werke hier und da in einheimischen und ausländischen Zeitschriften einiger Beifall zu Theil wurde, so erfreute er mich um so mehr, wenn ich erkannte, dass dieser aus der Feder eines Kenners geflossen. Ich bin weit entfernt, zu glauben, dass ich durchaus das Thema vollkommen gelöst, dass es ohne Versehen abgegangen, dass nicht irgend einer von diesem oder jenem Künstler nähere Kunde besitze, — das Feld ist zu weit, als dass ich Alles erschöpfen könnte; aber dennoch glaube ich in mehreren Dingen

ein helleres Licht verbreitet, und in Hinsicht auf Voll- ständigkeit einige Vorzüge errungen zu haben. Und aus- führlich muss dieses Werk seyn; ich wünschte sogar eine noch weitere Ausdehnung, da ein Werk dieser Art, in Verbindung mit dem Monogrammen - Lexicon, nicht allein die Sterne erster Grösse bezeichnen soll, sondern auch die weniger leuchtenden zu bestimmen hat; ja selbst die glänzenden Sternschnuppen, die nur kurze Zeit am Kunst-Himmel schweifen, dürfen nicht ohne ge- hörige Beachtung vorübergehen. Dass sich bei einer sol- chen Ausdehnung auch unrühmliche Namen finden, ist unvermeidlich und sogar nothwendig, da wir Hand- lexica ohnehin in Menge haben; doch liess ich es mir angelegen seyn, das „Profanum Vulgus“ abzuhalten. Wenn aber dennoch hie und da ein Plebejer sich zeigt, so möge man es ihm nicht übel nehmen, wenn er in bescheidener Ferne bleibt, und mir es auf das Wort glauben, dass ich gerne den Würdigeren, der mir unlieb entging, oder sich nicht nach Wunsch mithalf zelgte, an seine Stelle wünschte.

Nur möchte ich mit Ovid zu meinem Buche sagen: „Vade liber verbisque meis loca grata saluta“, und vor allen Dingen möge aber der Ewige den Himmel nicht trüben lassen, unter welchem die Mächtigen und Reichen der Erde die Kunst und Wissenschaft pflegen.

*) Die Materialien liegen übrigens aus zum Z. da, und somit steht der Vollendung des Werkes nichts entgegen.

München im Juli 1838, Dr. G. K. Nagler,

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