Hartwagner, Michael

Hartwagner, Michael, Maler und Kupferstecher von Deggendorf in Bayern , ein talentvoller Künstler, der viel geleistet haben würde, wenn ihn der Broderwerb nicht zur Eile aufgefordert hätte, in Folge welcher es ihm nicht möglich war, den Anforderungen der Kunst durchaus zu entsprechen. Er trieb sich anfangs als Ge- selle in vielen Werkstätten herum, und nachdem er in München zu seiner Ausbildung noch das Möglichste gethan hatte, fing er an, auf eigene Rechnung zu malen. Er fertigte Altarblätter, Por- traite und historische Stücke. Der Buchhändler und Professor Strobl in München erwarb die Darstellung, wie Cato seine Wunde

Hartwich. — Harvey, William.

aufreisst, und noch eine lebensgrosse Kleopatra hatte dieser Kunst- freund, von Hartwagner gemalt. Seine Bildnisse ermangeln nicht der Ähnlichkeit, sie sind aber flüchtig behandelt. Er hatte grosse Fertigkeit in Handhabung des Pinsels. So malte er bei irgend einer Gelegenheit in einem Tage zwölf Apostelköpfe. In dem Speisesaale der ehemaligen Prämonstratenser Abtei zu Neustift bei Freising hingen von ihm gemalt zwölf Porträts bayrischer Churfür- sten in Lebensgröße; indessen hat jeder Kunstfreund an Einem Werke dieses Künstlers genug. Er starb 1775. Von seinen Blät- tern erwähnen wir:

  1. Der Tod des hl. Andreas von Avellin, nach C. Loth, gr. fol.

2–4) Drei Blätter mit Architektur, nach F. de Couvillers, kl. fol.

  1. Die Aufnahme der hl. Jungfrau in Gegenwart der Apostel, nach Ch. Wink, gr. fol.

  2. Apollo und die Musen umgeben das Medaillon mit dem Bild- nis des Churfürsten Maximilian von Bayern, nach demselben, gr. fol.

  3. Die heil. Jungfrau erscheint in einer Glorie von Engeln dem hl. Bernhard, nach J. Amigoni, gr. fol. Im ersten Drucke vor der Schrift,

  4. Der Schutzengel zeigt einem Jüngling die hl. Dreieinigkeit in einer Engelglorie, nach A. Zanchi’s Altarbild in der Theatiner- kirche zu München, gut radiert, fol. Im ersten Druck vor der Retouche,

  5. Diana und Actäon.

  6. Perseus und Andromeda.

  7. Der Maler in der Werkstatt.

  8. Das Bildnis einer alten Frau auf der Staffelei.

Alle diese Blätter sind nach Hartwagner’s eigener Erfindung, wie die obigen, theils geätzt, theils mit der kalten Nadel gear- beitet.

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