Hansen, Christian Friedrich, berühmter Architekt zu Copen- hagen, und 1754 daselbst geboren. Er bildete sich auf der Aka- demie der dänischen Hauptstadt, und darauf begab er sich nach Italien , um die Bauwerke jenes Landes zu studieren. Er wid- mete hier den Werken der alten Zeit besondere Aufmerksamkeit, und daher spricht sich auch in den seinigen ein nach jenen reinen Mustern gebildeter feiner Sinn aus. Auch die neueren Italiener, vor Allen Scamozzi, waren der Gegenstand seines Studiums. Grosse Vorliebe hatte er für die Bauwerke des 15. Jahrhunderts, und in vielen seiner Werke zeigt sich daher ein gemischter Stil, abgezogen aus vielfältiger Anschauung. Die Form und die Schmuck- teile seiner Bauwerke sind von hoher Wohlgefälligkeit, die das Auge außerordentlich besticht.
Hansen fand eine sehr günstige Gelegenheit, sein Talent zu zeigen. In Dänemark und in Holstein herrscht überhaupt schon lange Sinn für großartige Bauten, und dieser fand durch das Bombardement der Residenzstadt auch in neuerer Zeit vielfache Nahrung. Auch Altona und Hamburg verdankt diesem Künstler schöne Ge- bäude und Landhäuser. Sein Verdienst wurde auch glänzend erkannt; der König von Dänemark ernannte ihn zum Oberbaudi- rektor, ertheilte ihm den Rang eines Etats- und Conferenzrathes, und jetzt ist er auch Commandeur des Dänischen Ordens, so wie Mitglied der Akademien zu Kopenhagen , Berlin und München . Schon zu Anfang unseres Jahrhunderts bekleidete er die Stelle eines Professors an der k. Akademie in Copenhagen.
Hansen begann 1808 den Bau der jetzigen Frauenkirche in Co- penhagen, da die ältere, 1746 vollendete Kirche 1807 bei dem Bombardement ein Opfer der Flammen wurde. Der Architekt be- nutzte die alte Mauer, gab aber dem Gebäude eine andere Form. Diese Kirche, die in Wiebeking’s bürgerlicher Baukunde III. 414 beschrieben ist, gehört zu den merkwürdigsten neueren Tempeln, besonders auch, da sie mit Meisterwerken Thorwaldsen’s verziert ist.
Von Hansen ist auch das neue Rathhaus erbaut worden. Dieses hat einen Portikus mit sechs jonenischen Säulen, ein schönes vom dorischen Säulen gebildetes Vestibul, einen großen mit korinthi- schen Säulen unterstützten Gerichtssaal u. s. w. Die Eintheilung ist bei der Unregelmäßigkeit des Platzes vortrefflich zu nennen. Ihm verdankt man auch die Erneuerung des Schlosses Christians- burg, welches der berühmte Tessin erbaut haben soll. Dieses Ge- bäude hat in der Mitte eine Halle von sechs korinthischen Säulen.
die Fenster wurden besser geordnet, der mittlere Theil des Hintergebäudes wurde abgetragen und auf vier Reihen dorischer Säulen eine Terasse angelegt, welche die Verbindung der Bel- etage bildet. Durch diese schöne Anlage gewann man eine Aussicht auf das Meer, während früher der Hof mit dem hohen Gebäude verschlossen war. Eine wahre Zierde der Stadt ist die neue Schlosskirche, mit einem Portikus von vier jönschen Säulen und einer
Unter seinen Bauten zeichnen sich auch die Villen der Brüder Godefroy zu Dockenhude bei Hamburg aus; ferner die Schlösser zu Rastdorf und Pardoel in Holstein. Ferner hat man von diesem Künstler ein architektonisches Werk, unter dem Titel: Sammlung von verschiedenen öffentlichen und Privatgebäuden, die 1820... zu Copenhagen heftweise, in Imperialfolio erschien. Es sind dies Abbildungen, Grundrisse und Details der von Hansen ausgeführten Gebäude. Im Jahre 1830 waren es 12 Hefte in Imperialfolio.
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