Hanselaer, Peter van, Historien- und Portraitmaler, wurde in Gent geboren, und daselbst auf der Akademie der Künstler unter von Huffel’s Leitung zum Künstler gebildet. Nachdem er den grossen Preis nach dem Modelle erhalten hatte, ging er nach Paris , um zu David’s Fahne zu schwören, und 1814 concurreirte
Er um den grossen Preis der Akademie der Künste in Gent , den er mit seinem Opfer Abels auch erhielt, was ihn in den Stand setzte, in Rom seine Studien als Pensionär der Stadt Gent fortzu- setzen. Er langte 1816 in Rom an, wo er drei Jahre die Mei- sterwerke der Kunst studirte, bis er nach Neapel sich begab, wo- hin ihm bereits der Ruhm eines ausgezeichneten Portraitmalers folgte. Die Akademie von St. Luca, die ihm den Preis zuer- kannte, zählte ihn damals schon unter ihre Mitglieder, und auch in Neapel gewann er den ersten Preis mit dem Altargemälde , das er für die neue Kirche ausführte. Die Akademie dieser Stadt, so wie schon 1815 jene in Gent, nahm ihn unter die Zahl ihrer Mitglie- der auf, und 1825 war er unter den Mitbewerbern um die durch den Tod Berger's erledigte Direktorstelle der Akademie zu Neapel. Hanselaer stellte damals eine ganze Reihe von Bildnissen auf, in denen man durchaus einen geübten Maler erkannte. Das Brustbild der Fürstin Scylla wurde als ein wahres Meisterstück erklärt, und noch mehr zog das lebhafte grosse Bildnis des Grafen von Ascoli an. Hier übertreffen die Nebensachen das Wesent- liche, und darauf soll Hanselaer in den meisten Stücken den grössten Fleiss verwendet haben. Uniform, Orden und Stickerei sind mit niederländischer Genauigkeit so treu dargestellt, dass einige Betrachter nahe kamen, um zu untersuchen, ob es nur Farbe oder wirklich Gold sei. Vortrefflich ist auch sein Bildnis des Prinzen von Cassero, sicilianischen Gesandten am Hofe zu Madrid. Unter den historischen Gemälden zeichnete sich seine Susanne im Bade aus. Grosses Lob erwarben ihm später auch seine Bildnisse des Königs und der Königin von Neapel, so wie mehrere andere Porträts. Zu den früheren gehört seines Lehrers van Huffel, jenes des Grafen Hane-Steenhuyse, des Compositeurs de Volder etc. Er malte auch mehrere historische Bilder, in denen die Wahl der Formen, die Reinheit im Falten- wurf, und die Wahrheit des Colorites erfreut. Als Portraitmaler behauptet er aber einen hohen Rang, da er die charakteristi- sche Eigenart seines Individuums genau zu fassen weiss. Er äussert überall grosse technische Gewandtheit, und mit Correctheit der Zeichnung verbindet er eine breite Manier. Im Colorite erkennt man Rubens, Jordaens und Crayer’s Studium. Nur in der Zeichnung soll er ihnen früher nicht gleichgekommen seyn.
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