Hans Burkmair, der beiden Holbein, A. Altdorfer etc. ausseror-
dentlich gelitten hatten, in den besten Zustand wieder zu ver-
setzen. Je schwieriger diese Unternehmung war, mit desto allge-
meinerem Beifall wurde sie gekrönt. Ein so unerwartet günstiger
Erfolg veranlasste den Churfürsten Clemens Wenzeslaus von Trier ,
auch seine Sammlung von mehr als vierzig Gemälden des berühm-
ten C. W. E. Dietrich unserem Künstler zu übergeben, welchem die
Wiederherstellung so gut gelang, dass er nicht nur den höchsten
Beifall des edlen Besitzers erntete, sondern auch fürstlich be-
lohnt wurde. In den folgenden Jahren beschäftigte er sich mit
der Restauration der grossen Altargemälde von Johann Lanfranco
aus der aufgehobenen Dominikaner Kirche zu Augsburg , wie mit
jenen von Caspar Crayer und Carl Cignani, welche aus der be-
rühmten Düsseldorfer Gallerie in jene zu Augsburg versetzt wor-
den waren. Das glücklichste Resultat dieser Bemühungen erhöhte
seinen Ruf als eines sehr gewandten Restaurateurs so sehr, dass
er auch König Maximilian Joseph 1816 nach Schleissheim, und
den Jahren öfters nach München zu sich rief,
um ihm aus seinem Privatkabinete mehrere kostbare, aber
sehr verletzte Gemälde zur Wiederherstellung zu übergeben.
Alle diese Stücke wusste G. so vortrefflich zu erneuern, dass der
königliche Kunstkenner seine ausgezeichnete Zufriedenheit bei je-
der neuen Probe wiederholte. Das anerkannte Vertrauen des Staats
und seines Regenten ermunterte auch Privatkunstfreunde, Gueichter’s
erfahrene That über die mögliche Wiederherstellung ihrer
ausgezeichneten, aber in üblen Zustand gekommenen Gemälde,
sich ertheilen zu lassen.
So lud ihn z. B. der Fürst und Minister Ludwig von Wallerstein
für diesen Zweck ein; ebenso restaurirte er 1817 einige der
vorzüglichsten, in einem höchst kritischen Zustande befindlichen
Gemälde der Gebrüder Boisserge und Bertram, Besitzer jener be-
‚rühmten Sammlung, die jetzt als Privateigentum des Königs Lud- wig von Bayern in der k. Pinakothek zu München, gesondert vom Staatseigentum, aufgestellt ist.
Gündter hat sich im Verlaufe von mehr als 20 Jahren so viele und grosse Verdienste erworben, dass König Ludwig I. im Jahre 1820 bewogen wurde, ihn zum Inspektor der k. Gallerie in Augs- burg, nach dem Gutachten des königl. Central-Gallerie-Direktors von Dillis, zu ernennen. Diesem Amte stand er mit grösster Thä- tigkeit vor, obgleich er an schmerzvoller Krankheit zu leiden hatte. Im Kunstblatte von 1832 ist dieser Künstler gewürdigt.
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