Hamerani, Johann, Medailleur und Sohn des Obigen, den er in der Kunst übertrifft, so wie auch seine Söhne. Seine Werke sind bestimmter im Ausdrucke und mit grösserer Sicherheit behandelt. Er war Medailleur Alexander’s VIII., Innocenz XI., Clemens XI. etc., und starb der Künstler . Auf seinen Medaillen steht der volle und abgekürzte Name, auch die Initialen desselben, so wie Opus Hamerani.
Clemens X. mit Krone und Pluvial, im Revers fünf Heilige auf Wolken: Plena est omnis terra Gloria eorum.
Derselbe und die nämlichen Heiligen: Decor ejus gloria sanctorum.
Brustbild Clemens X. mit segnender Hand, An. III., im Revers eine stehende Frau mit Buch und Harnisch. Auf dem Steine:
Per me vita etc. 1673.
Brustbild dieses Pabstes, im Revers derselbe, wie er mit gros- sem Gefolge die Pforte öffnet: Domus dei et porta coeli, 1675.
Das Brustbild dieses Pabstes mit Krone und Pluvial, im Revers die vatikanische Kirche mit dem Vorplatz, in welchem man die Wölfin mit Romulus und Remus sieht: Fluent ad eam omnes gentes.
Innocenz XI. mit Mütze und Mäntelchen, im Revers dessen Einzug in den Vatikan , 1676.
Derselbe; auf der Rückseite der heilige Geist mit Strahlen umge- ben: Fuat pax in vultute sua, 1676.
Dasselbe Brustbild; im Revers, wie Christus dem ins Meer sinken- den Petrus die Hand reicht: Salva nos Domine.
Innocenz XI. im Brustbilde mit der Mütze rückwärts eine ste- hende Frau mit einem Schleier, den Kelch haltend: In saeculum stabit, .
Dasselbe Brustbild; im Revers der Erzengel, wie er die hölli- schen Geister zertritt: In coelo, semper assistitur.
Derselbe Pabst im blossen Habitus und Pluvial, im Revers derselbe Erzengel.
Johannes, älterer Sohn, wurde 1683 in Rom geboren und legte schon in seinem 27. Jahre die Probe eines tüchtigen Talentes ab. Er stand dem Vater in der letzten Zeit seines Lebens helferisch zur Seite, da dieser keiner guten Gesundheit mehr genoss, und 1705 wurde er als wirklicher päpstlicher Medailleur aufgenommen. Mittlerweile bildete sich auch sein Bruder Otto zum Künstler heran, und diese beiden Medailleure übernahmen 1734 die Einschmelzung der alten päpstlichen Münze. Sie erhielten ein fünfjähriges Privilegium, während welcher Zeit sie in ihrem Hause die Umrauschung besorgten, und jetzt wurden sie auch beide zu wirklichen päpstlichen
7 Müntzmeistern erwählt. Sie führten die Randschriften auf den Münzen ein; auch fertigten sie eine metallene Presse, um größere Münzen zu prägen.
Diesen Künstler starb 1724. Seine Werke im Stil und Geschmack jenen seines Vaters nicht gleich, in Behandlung des Fleisches aber hatte er große Einsicht. Auch wusste er seinen Köpfen Wahrheit und Leben zu entdecken. Eines seiner Hauptwerke dürfte das größte Medaillon mit dem Bildnis Clemens XI. seyn, welches Hamerani im ersten Jahre der Regierung dieses Papstes fertigte. Im Göthe’s Winckelmann S. 265 wird dieses Stück erwähnt. Dort heißt es: „dass man nur wenige Beispiele von so wahrhafter Darstellung finde, als dieses Profilbildnis. Die Figurhaltung des Fleisches ist wunderbar natürlich ausgedrückt.“ Der Künstler hat der Figur im Ganzen zwar nicht gearbeitet, aber ohne alle Anmaßung und mit seltener Naivität.
Eine schöne Plastra von Clemens XI. zum Andenken der von ihm 1703 in der größeren Marienkirche zu Rom gehaltenen Messe, abgeb. bei Köhler XIII. Gr. a 5.
Brustbild Clemens XI. mit dem Triregno und Phylact, im Revers Christus mit dem Irrtum: Factus est principatus super humerum ejus. 5 987 Hd.
Dieses Stück hat Hamerani im seinem 17. Jahre gefertigt.
Brustbild Clemens XI. mit Mütze und Stola, im Revers das neue Kornhaus in der Nähe des dewässernden Bades: addito annonae praesidio, 1704, eb.
Brustbild Clemens XI. mit dem Trifegno und Phylact im Revers das Innere der Capelle des heiligen Fabian in S. Sebastiano: In honorem S. Fabiani P. P. et M. 110.
Brustbild Clemens XI. mit Mütze und Stola, im Revers vier kniende Heilige: Inter sanctos sors eotunt 1712. Diese Heiligen: Andreas v. Avellino, Felix v. Cantabria und Catharina von Bologna, wurden 1712 canonisiert.
Brustbild Clemens XI. mit der Facade der Kirche zu Nocera im Revers, 1714.
Brustbild Clemens XII. mit Mütze und Mäntelchen, im Revers die Stadt Rom als eine auf der Erdkugel sitzende Frau: Multiplicasti Munificentiam, 1734.
Der Papst liess diese Medaille zum Andenken an seine Sammlung antiker Bildwerke prägen.
Münze mit dem Bildnis Clemens XI. im Profil die Stadt Urbino, ein halber Scudo von 1705.
Ein Testone von 1706 mit demselben Bildnis und drei allegorischen Frauengestalten.
Ein anderer Testone von 1708, mit der Charrtas.
Münze mit dem Brustbild Clemens XI. und dem Wappen, im 10. Jahre seines Pontifikats geprägt.
Ein halber Scudi mit dem Wappen des Cardinals Albani Sede vacante 1722.
Ein halber Scudi von 1722, mit dem Bildnis Innozenz XL und zwei Schnittern.
Testone mit einer lügendcn weiblichen Gestalt, die ein Rad hält, 1730, mit Otto Hamerani gefertigt.
Ein Scudi von 1706 mit dem Brustbild Clemens XI. von St. Peter im Schiff.
Ein halber Scudi mit dem Brustbild Clemens XII. und den 6.1 7 Pantheon.
Eine Medaille mit einer lügenden weiblichen Gestalt Bobur ab fı brı %fl£5lf“e JL yw.r „a 8 4T R d
Hamerani, Otto. 535
Medaille auf die Errichtung der Columna Citatoria: Deo sacra resurget.
Medaille auf die Errichtung des Altares des heiligen Crescentinus in Urbino, im achten Jahre des Pontificats Clemens XI.
Medaille auf die Procession mit dem Salvator dei sancta sanctorum: Portaverunt tabernaculum fidei, im 0. Jahre der Regierung Clemens XI.
Moses im Begriff, durch das rote Meer zu gehen: In viam.
Medaille auf die Erbauung der Wärme-Bäder zu Nocera: Ecclesia et Jomibus ad balnea nucerina constructio 1714.
Medaille auf die Instauration der Kirche St. Clemens: Templo S. Clementis instaurato.
Medaille auf die Zuflucht der Madonna del Rosario, wegen der Belagerung Corfu’s: Auxilium Christianorum.
Die Madonna von Maratti für den Quirinal gemalt: Virgo potens ora pro nobis.
Medaille auf die Zierde des Lateran durch die Statue der 12 Apostel: Super fundamentum apostolorum et prophetarum.
Christus während des Sturmes auf der See mit den Aposteln: Venit et mare obedirent ei.
Medaille auf das Institut zu Bologna: Bonarum artium cultui et incremento.
Alle diese Medaillen entstanden im Pontificat Clemens XI.
Lochner (Sammlung merkwürdiger Medaillen V. Vorrede) legt dem E. Hamerani auch folgende Medaillen bei, von denen die meisten sich auf den Prätendenten von England beziehen.
Früher sagt aber Lochner, dass Otto Hamerani bei diesem Fürsten in besonderer Gnade stand, und dass jener Künstler die Bildnisse des Königs, seiner Gemahlin und seiner Kinder fertigte.
Medaille mit dem Bildnis August II. von Polen: cunctis clemens.
Medaille mit dem Bildnis Karl VI.: Te espersa et mundo para todo el mundo.
Eine solche auf Nicolaus Duodo, mit 7 Kirchen: Romanis Basilicis pares, 1720.
Medaille auf die Quadrupel-Allianz auf einem Wagen, dem ein Rad fehlt: Sistit adhuc quarta deficiente rota, 1720.
Karl VI. mit den Victorien, bei Temeswar und Belgrad: Patet oriens.
Johann V. von Portugal: Qua data porta juvat.
Jacob der III. von England, der Prätendent, mit dem Bildnis seiner Gemahlin auf der Rückseite, 1737.
Derselbe, wie die Königin aus Deutschland die Flucht nimmt: Fortunam causamque sequor, 1736.
Medaille auf Jakob III. mit der Stadt London: Quid gravius captus? 1724.
Die Porträts Jakob III. und seiner Gemahlin: Regium connubium, 1736.
Dieselben, als Gedächtnismedaille auf die Geburt ihres Sohnes: Providentia obstetrix.
Das Bildnis des Prinzen Jakob III.: Hunc saltem everso juvenem succurrere seclo ne prohibete.
Derselbe jünger, auf der Rückseite das Bildnis des Herzogs von York, ganz jung.
Das Bildnis des Cardinals Coficia, mit der Kirche di pietra fusa: Filius tuus ipse aedificabit Domum domini meo.
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