Hals, Franz

Hals, Franz, Maler, geb. zu Mecheln 1584, gest. 1660. Sein Meister ist Carl van Mander, während Andere diesen für unbekannt halten, wie überhaupt seine Jugendgeschichte. An sein Mannesalter aber knüpft sich eine Sage, die dem Künstler nicht zur Ehre gereicht. Er soll drei Viertel seines Lebens in der Schenke zuge- bracht haben, was aber gerade nicht unbedingt angenommen werden darf, denn die Anzahl seiner Werke ist sehr bedeutend, die er doch nicht zur Hälfte in der Wirthsstube und besoffen fertiget haben kann. Wir wollen indessen glauben, dass der Künstler et- was durstiger Natur war, und man sagt, dass van Dyck auf sei- ner Reise durch Harlem lange habe warten müssen, bis Hals aus der Schenke heimkehrte. Van Dyck ließ ihm sagen, dass Jemand da sei, der sich wolle malen lassen, und nun ließ sich Hals be- wegen, das Gläschen zu verlassen. Zu Hause setzte er sich so-

gleich an die Staffelei, und einige Zeit darauf bat er den Fremden aufzustehen und seine Arbeit anzusehen, die dem großen van Dyck auch gefiel. Nach einigen Scherzen bemerkte van Dyck, dass er ebenfalls versuchen wolle, das Bildnis des Franz Hals zu malen. Letzterer liess es geschehen, und als van Dyck nach einiger Zeit dem Künstler ebenfalls seine Arbeit zeigte, umarmte ihn Hals und rief: Ihr seid van Dyck! Niemand als er kann so arbeiten, wie Ihr gearbeitet habt! Und auch Hals wurde nur von diesem Meister übertroffen, so trefflich war er in seiner Kunst. Dennoch lebte er im Elende, das ihm Glück zu sein schien; denn als ihn van Dyck bewegen wollte, mit ihm in England ein besseres Schicksal zu su- chen, sagte Hals: er finde sich in seiner Lage glücklich und ver- lange daher kein besseres Los. Van Dyck gab endlich den Kindern des zufriedenen Malers scherzend einige Guineen.

Die Werke dieses Künstlers sind zahlreich und bewundert. Da- runter sind verschiedene historische Porträts und die Schützen- bildnisse im Schiesshause und im Prinzenhof zu Harlem; dann die Regentenstücke in den öffentlichen Gebäuden der Stadt; wie im St. Elisabethsgasthaus und in jenem Palaste, der unter dem Namen des „Oude Mannenhuis“ bekannt wurde. Heute zu Tage sind Hals Werke nicht mehr an alter Stelle, aber doch noch viele, um sich von der Trefflichkeit zu überzeugen. Verschiedene Bildnisse von gelehrten und andern berühmten Männern hat Suy- derhoef in Kupfer gestochen. C. van Noorde fertigte verschiedene Zeichnungen nach den Gemälden dieses Meisters und auch J. G. Waldorp fertigte solche. Am meisten aber geben Hals kühne und schöne Manier jene farbigen Zeichnungen zu erkennen, welche W. Hendricks nach seinen Doelenstücken (Schützenbildnissen) zu Harlem gemacht hat. Unter den niederländischen Schriftstellern würdigt Théodore Schrevelius (Harlemias p. 383) diesen Künstler am meisten; Houbracken erzählt nur von Hals Zechereien. Schre- velius sagt, dass der ältere Hals seine Söhne übertreffe, und dass in seinen Werken eine solche Kraft und solches Leben herrsche, dass der Künstler mit dem Pinsel der Natur selbst Trotz zu bie- ten scheine. Schrevelius sagt auch, dass Hals unglaublich viel (ongehoeflyche veel) gemalt habe, und zu seiner Zeit waren noch viele Bildnisse von Colonels, Hauptleuten, Fähnrichen, Sergeanten, Fiscalen etc., in den alten Schiesszwingern. Hals hat indessen auch Genrestücke gemalt und daher so viele Bilder, dass er unmöglich beständig im Wirthshause sitzen konnte. Blooteling, A. Delfos, J. Dixon, Edelink, Matham, S. Okey, J. Gole, Vail- Jant, Verkolje, J. v. Velde u. a. haben nach ihm gestochen. J. B. Michel hat sein Bildnis in Kupfer gebracht.

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