Halder, Leonhard, ein bisher wenig bekannter bayrischer Bau- meister, der aber zu seiner Zeit wichtige Unternehmungen lei- tete und grossen Ruhm sich erwarb. Lipowsky erwähnt seiner im Nachtrage zum bayrischen Künstlerlexicon II. 2533, und hier sagt er: dass dieser Halder nach einer alten Rechnung zu schliessen, um 1540 in München die alte und neue Veste gebaut habe. Diese Angabe ist durchaus irrig, was wir in einem eigenen Werke über das bayrische Kunst- und Bauwesen erweisen werden. Die neue Veste wurde im 15. Jahrhunderte erbaut und diese verwechselt Li- powsky mit der jetzigen Residenz, deren Baumeister unsers Wissens bisher ebenfalls wider Verdienst im Dunkeln blieb. Zur Zeit der Erbauung dieser Residenz lebte Halder nicht mehr, und auch die neue Veste kann er nicht erbaut haben, noch weniger aber die alte Veste, unter welcher der sogenannte alte Hof, die Residenz Indwig des Bayern und seines Vaters, verstanden werden muss. L. Halder war Baumeister des Herzogs Wilhelm IV. und dieser Fürst verwendete ihn bei vielen und grussen Unternehmungen. Er hatte die Oberaufsicht über alle herzoglichen Gebäude und Schlösser des Landes. Er erbautete auf dem Gottesacker vor dem Sendlinger Thore zu Ehren des Erlösers eine Kirche, da die alte Kapelle zu klein und baufällig war; allein diese Kirche wurde 1638 unter Maximilian I. dемolirt, Wilhelm liess durch diesen seinen Baumeister am sogenannten Rochusbergel ein Pilgerhaus, zu St. Martin genannt, erbauen, und daneben, an der Stadtmauer, eine Kapelle errichten, welche dem heil. Rochus geweiht wurde. Diese alte Kirche ging zu Grunde, und auch die vom Herzog erbaute Kapelle des heil. Kreuzes existirt nicht mehr. Halder baute auch in der neuen Veste eine Kapelle; und die alte Hofkirche zum heil. Geirg vallendete er. Leider gingen auch diese Bäude zu Grunde. Die Georgenkirche war im gothischen Styl erbaut und einer der schönsten Tempel der Stadt. Dennoch war sie, wie die erwähnten Kapellen, bisher kaum dem Namen nach bekannt. Nähere Aufschlüsse werden wir in der herauszugebenden bayrischen Kunst- und Baugeschichte ertheilen.
Leonhard Halder lebte noch 1542, war aber zu jener Zeit schon im hohen Alter. Im Jahre 1538 ernannte ihn der Herzog auf Lebenlang zu seinem Baumeister, und sicherte ihm aus besonderer Zufriedenheit den Jahresgehalt von 150 fl. bis zu seinem Tode zu. Außerdem genoss er noch einige Emolumente;
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