Haelweg, Albert

Haelweg, Albert, auch Haelwegh, Halweg etc. 1495

witeller. halten ihn für S.; de Pas (Passaens) Schüler und Gehülfen, und vielleicht folgte er diesem Künstler , auch in der Stelle eines Hofkupferstechers nach. Im Jahre 1647 hatte er bereits den Ti-

tel eines Sculptor regius, und somit ist Rost’s Angabe, dass der

Künstler um geboren wurde, ganz unrichtig. Er muss im Ge- gentheile bald nach 1670 gestorben sein, da Rumohr und Thiele eine spätere Arbeit auffinden konnten, als von 1672. Haelweg’s

Blätter gehören zu den Seltenheiten, doch hat er häufig auch mit-

telmässige Arbeiten geliefert. Vieles mag er von seinen Gesellen und Schülern haben arbeiten lassen. Seine Arbeiten sind auch sehr ungleich. Rumohr und Thiele teilen sie in vier Klassen ein. Die erste umfasst die freiradirten, stark geätzten Blätter, in denen der Grabstichel bald gar nicht, bald doch nur sparsam angewendet ist, Die zweite enthält eine geringe Zahl eng und fleißig radirter, mit feiner Grabstichelarbeit beendigter, doch meist sehr gleichtöniger Blätter . In die dritte Klasse gehören Bildnisse, in welchen die Ra- dirnadel, bei zunehmend freierem Gebrauche des Grabstichels, die- sem letzteren mehr und mehr Raum gibt. In diesen Arbeiten zeigt sich viel Ungleichheit, und einige scheinen ihm nur untergeschoben zu sein. Etliche dieser Werke sind jedoch sehr schön und ver- dienstvoll. In die vierte Klasse stellen die erwähnten Schriftsteller die allegorisch umgebenen Bildnisse, die, obwohl von Haelweg bezeichnet, häufig schlecht sind, wohl nur Arbeiten von Schülern und Gehülfen.

Rumohr und Thiele glauben auch, dass Haelweg nicht ursprüng- lich zum Kupferstecher, sondern zum Maler sich bestimmt hatte, und dass er nur durch das Mittelglied der malerischen Radirung nach und nach zum Kupferstiche übergegangen sei. Verschiedenes deutet ih- nen auf eine Studienreise des Künstlers hin, die wohl noch vor 1640

möchte stattgefunden haben. Sein Herkules ist eine Zusammenstel- lung römischer Studien und seine ältere Teilnahme an Suyderhoef’s 12 Monaten, nach J. Sandrart, zwingt zur Voraussetzung einer Ver- bindung mit auswärtigen Künstlern. Nach seiner Rückkehr dürfte Haelweg dem Karl van Mander begegnet sein, der ihm häufig Vor- bilder geliefert haben kann. Zunächst schloss er sich dem de Pas an, um im Stiche auch Methode zu erlangen. Sofort sucht Rumohr

die künstlerische Entwicklung Haelweg’s zu bezeichnen, und zuletzt

steht er nicht an, denselben als großen Künstler in die Klasse der malerischen Kupferstecher, oder Peintres graveurs, zu versetzen, ob-

wohl Haelweg aus seiner Kunst ein Gewerbe gemacht, vielleicht selbst ein Monopol ausgeübt zu haben scheint.

In der erwähnten Beschreibung des königl. dänischen Kupferstich-

kabinets sind 133 Blätter dieses Künstlers aufgezählt.

Herkules gegen den Stier die Keule erhebend, im Grunde eine römische Säulenruine, ein Studium nach dem bekannten Akt Dominichino’s in der Geisslung des heil. Andreas in einer Sei- tenkapelle von St. Gregorio in Rom. Die Nadel ist frei und meisterlich geführt. In den erklärenden Versen scheint eine Anspielung auf den Tod des Prinzen Ulrich von Dänemark ent- halten zu sein. H. 16 Z. 6 L., Br. 90 Z. 7—8 L.

Psyche beleuchtet den schlafenden Amor; der Neid mit Schlan- enhaar lüftet den Vorhang, nach Rubens, auf unreiner Platte ge- ätzt. H. 12 Z. 6 RK., Br. 0 L. 7—8 L.

Loth und seine Töchter, ohne Namen des Erfinders, kräftig geätzt. H. 20 Z., Br. 14 Z.

Der Tod des heil. Sveno, nach C. v. Mander, wirkungsvolles Blatt, besonders in frühem Drucke, H. 20 Z. 7 L., Br. 16 Z. 4 L.

Diese Blätter fallen in die erste Klasse.

Hachveg, Alhefl‚ nuch Hael#egh‚'llalweg etc.

Die Entführung des Ganymed, nach van Mander, ein Blatt der zweiten Klasse.

Abbildung der königl. dänischen Residenzstadt Copenhagen, wie sie Gustav Adolf 1658 belagerte, mit großer Nadel radirt. H.

Die königl. Haupt- und Residenzstadt Copenhagen, nachdem sie von den Schweden belagert war. H. 11'Z., Br. 28 Z. 6 L. Es gibt davon eine deutsche und eine italienische Copie:

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