Guyard, Laurent — Guyot

Guyard, Laurent — Guyot, Laurent, 473

Entschluss, sich durch gänzliche Entziehung der Speisen zu tödten. Eine Frau brachte ihn aber von seinem Vorsatze ab, und diese verschaffte ihm auch Gelegenheit, ins Vaterland zurück zu kehren. Im Jahre 1767 kam der Künstler in Paris an, und hier führte er vor allem die Statue des ruhenden Mars aus, um sie der Akademie zu überreichen. Das Werk hatte Verdienste, doch wurde es ver- ehmäht. Marigny hatte noch nicht vergessen, dass es Guyard gewagt, ihm die Spitze zu bieten, Pigalle und andere liebten ihn nicht, und so musste Guyard zurücktreten. Im Umwillen verfasste er eine Schrift dagegen, und dadurch verschloss er sich für immer die Pforte der Akademie. Indessen fehlte es ihm in Paris nicht an mächtigen Freunden. Darunter ist de Choiseul, der Cardinal von Bernis, M. de la Rochefoucauld, Mme. Geoffrin etc. Friedrich der Grosse lud ihn nach Berlin ein, er folgte aber dem Ruf des Großherzogs Ferdinand von Parma, weil ihm das italienische Klima mehr zusagte. Dieser, sein Gönner, überhäufte ihn mit Ehren, und bald darauf zählten ihn auch die Akademien von Padua , Bologna und Parma unter die Zahl ihrer Mitglieder. So verlebte er ohngefähr zwölf Jahre in angenehmer Abgeschiedenheit, als ihn der Abt von St. Clairvaux berief, um ihm die Errichtung eines Mo- numents des heil. Bernhard anzuvertrauen. Im Jahre 1782 reiste er ab und nach Verlauf eines Jahres stand das Modell zu allgemei- ner Zufriedenheit fertig da. Nach Italien zurückgekehrt, beschäftigte er sich eifrigst mit der Ausführung in Marmor, und schon waren mehrere Figuren fertig, als ihn vor Beendigung des Ganzen der Tod überraschte.

Guyard hatte grosse Leichtigkeit in Bearbeitung des Marmors, er sah aber weniger auf die Correctheit und Reinheit der Umrisse, als auf Sentimentalität im Ausdrucke. In der Manier nähert er sich in Etwas dem Puget. Er war reizbar, großmütig bis zur Ver- schwendung, mit Enthusiasmus für die Kunst eingenommen; er hatte aber nicht immer die gehörige Mässigung in seinen Hand- lungen. Varney hat eine biographische Notiz über ihn gegeben, die 1806 zu Chaumont gedruckt wurde.

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