Guldenmund, Hans

Guldenmund, Hans, Formschneider zu Nürnberg, dessen Geburts- und Todesjahr nicht genau bestimmt werden kann. Man weiss nur, dass er schon um 1520 und noch 1546 gearbeitet habe. Während dieser Zeit lieferte er über 200 Holzschnitte, die theils der Zeichnung, theils auch dem Schnitte nach ihm angehören, doch sind sie nur mittelmissige Waare. Er trieb einen Handel mit Ge- legenheitsbildern, und mehrere derselben versah der ehrliche Hans Sachs mit Gedichten. Guldenmund bezeichnete seine Blätter mit

„H. G.“ oder mit seinem vollen Namen. Selbst Bücher druckte unser

Künstler. Im Jahre 1528 erschien von ihm mit Holzschnitten fol- gendes höchst seltene Buch:

Eyn, wunderliche Weyssa _

gung von dem Babstumb, wie 'es yhm biss

an das Endt der Welt gehen soll, jn Figuren

oder Gemäl begriffen , gefunden zu Nürnberg

ym Cartheuser Closter etc. 1527.

Der Rath von Nürnberg verbot dieses Buch und gab dem Dru- cker Hans Guldenmund sein Missfallen zu erkennen, da es belei- digende Stellen, sowohl auf den Papst, als den Kaiser hatte. Auch Hans Sachs, der Reime dazw. schmiedete, zog sich eine Rüge zu. Der wohlweise Rath bedeutete ihm, er solle seines Handwerks warten und sich —enthalten „ainig püchlein hinfüro aussgeen zu Jassen.“ S. Heller’s Beiträge I. 009. Hans Guldenmund schnitt den Triumphzug Karl V. in Holz. Der Kaiser ist auf einem prächti- gen Triumphwagen vorgestellt, von zwölf Pferden gezogen. Trom- peter gehen voran, zehn Grossoffiziere folgen zu Pferde nach, und in der Luft halten zwei Engel eine grosse Lorbeerkrone. Dieses Stück besteht aus 9 Platten, bezeichnet: Nürnbergae excudebat Jo- hannes Guldenmund Anno MDXXXVII. H. 15 Z., Br. 8 Z. 6 L.

Man schreibt ihm auch eine allegorische Darstellung nach Dü- rer’s Zeichnung zu, der „Weltlauf, le monde comme il va“ beti- telt. Es ist dieses das Bild eines Tyrannen und seiner Regierung. Das Ungeheuer in Menschengestalt sitzt auf einem Esel und hin- ter seinem Rücken schindet der Geiz den armen Lastträger bei le- bendigem Leibe. Das Thier schlägt im Schmerze aus und dadurch verursacht es den Sturz der Gleisnerei im Gefolge der Majestät. Diese Gruppe ist meisterhaft und charakteristisch gedacht. Die näch- ste Umgebung des ganz gepanzerten Tyrannen sind die Vernunft, die Gerechtigkeit und die Religion. Der Schuster Hans Sachs gab rührende Verslein dazu: Dieses Blatt ist 6 Z. 1 L. hoch, und 14 Z. 6 L. breit. Mehreres über die Composition s. Heller’s Leben A. Dürer’s I. 785 oder auch: A. Dürer und seine Kunst von Dr. Gl. K. Nagler, wegen der Zusätze von W. Schorn aus dem Kunst- blatte.

Der Name des Hans Guldenmund (als Drucker) soll auf den al- ten Abdrücken des Dürer’schen Blattes stehen, welches Christus am Kreuze und rechts und links Johannes und Maria vorstellt. Über dem Heiland schwebt der halbe Mond. H. 10 Z. 10 L., Br. 7 Z. 9 L.

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