Guerin, J. B. Paulin, Historienmaler , wurde 1784 in Toulon ge- boren, und in Paris in der Kunst unterrichtet. Er ging denselben Weg, wie der berühmte Pierre Guerin und auch dieser jüngere Künstler hat seinen Ruf begründet. An Kraft des Colorits übertrifft er jenen Meister, in der Erfindung aber ist er nicht gehaltvoller.
Paulin liefert seit 1810 Werke zu den Kunstausstellungen und im Salon von 1817 erhielt er die goldene Medaille. Im Jahre wurde er bei derselben Gelegenheit zum Ritter der Ehrenlegion ernannt; auch erhielt er den Titel eines Professors der Malerei und Zeichnungskunst des königlichen Hauses von St. Denis. Die Anzahl der Gemälde dieses Künstlers ist nicht geringe, und dasjenige, welches ihm 1812 zuerst großen Beifall erwarb, stellt Kainsucht nach dem Morde Abels vor, jetzt im Luxembourg, und lithographiert von Belliard. Im Jahre 1817 malte er für die Kirche der Christen in Baltimore den Leichnam Christi auf dem Schosse der Mutter, von Aposteln und heiligen Frauen umgeben. Dieses Bild ist 13 Fuss hoch, korrekt in der Zeichnung und aus- drucksvoll in den Köpfen. Vorzüglich gut ist Christus gemalt.
Seine Venus mit Anchises, ein Gemälde, welches Schönheiten des ersten Ranges enthält, auf einem Raume von 8 Sch. 10 Z. auf 47 Sch. 6 Z. Grösse, sah man 1825 zuerst in Luxembourg aufge- stellt, und ein anderes Bild stellt den Odysseus im Kampfe mit dem erzürnten Neptun vor. Im Colorit ist dieses Gemälde glänzend und doch wahr; aber in der Ausführung soll es zu wünschen übrig lassen. Man sieht es im Museum zu Rennes. Ferner malte er die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradiese, lebens- große Figuren; eine heilige Familie für die Cathédrale in Toulon; Christus am Kreuze für eine Kirche in Noailles, letztere 1834 in St. W.
Überdies hat man von Paulins Hand eine Menge Porträts: Kniestücke, halbe Figuren und Büsten, Ludwig XVIII. malte er im königlichen Ornate für den König von England und für ver- schiedene Städte Frankreichs. Er malte auch den General Char- rette; die Herzogin von Berry; den Marschall Stuchet für den Saal der Marschälle an den Tuilerien; Carl X. im königlichen Costüm, ein Kniestück, das er ebenfalls für verschiedene Städte kopierte; den General d’Elbee für die Gallerie der Vendeer im Schlosse zu St. Cloud; den Erzbischof zu Paris, für das Domcapitel derselben Stadt; den Herzog von Rohan etc. Einige dieser Bildnisse sind Meisterstücke, wie jenes des Abbé La Mennais, das in Zeichnung und Farbe, wie in Schärfe des Ausdruckes zu rühmen ist, während es seinen historischen Darstellungen öfter an individuellem Leben gebricht.
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