Guendter oder Guenther, Franz Ignatz, Bildhauer von Alt-
mannstein im bayerischen Regierungsbezirk, nicht von Kelheim , wie
Guendter, Johann Georg.
Lipowsky im bayerischen Künstlerlexicon sagt: Sein Vater, ebenfalls Bildhauer und zugleich Bürgermeister , unterrichtete ihn in der Kunst, wahrscheinlich bis zu seiner Reise nach Wien, und so dürfte er nicht bei J. Straub zu München in der Lehre gestanden haben, wie ebensowenig Lipowsky angibt. Sein Vater selbst war ein geschickter Künstler, und 1753 schickte er den Sohn nach Wien, um an der Akademie der Künste seine Studien zu vervollständigen. Er erhielt da den ersten Preis der Bildhauerei, wie wir aus dem akademischen Zeugnisse des Rektors Mich. Ang. Unterberger ersehen, und zugleich auch den Cursus der Architektur machte er durch. Dass Guendter in diesem Fache nicht gewöhnliche Kenntnisse besaß, beweisen seine Blätter im Vitruve bavarois. Von Wien ging der Künstler nach München , und hier fand er reichliche Beschäftigung. Er fertigte neben Groff verschiedene Arbeiten in Blei und Holz für die churfürstlichen Gärten, und nach Groff’s Tod wurde er Hofbildhauer. Für den Hofgarten in Nymphenburg sollte er die Marmorstatuen des Mars und der Pallas (7 Sch, 9 Z. hoch) ausführen, wurde aber durch den Tod an der Vollendung der Arbeit gehindert. Er hinterließ nur vier Modelle in Holz: Mars, Pallas, Merkur und Venus, und diese wurden dem R. Boos übergeben. Von seiner Hand sind auch die Verzierungen des Portals der Hauptwache in München und die neuen Thüren der Metropolitankirche daselbst. In der Kirche selbst ist von ihm ein äußeres Crucifix und eine Statue der unbefleckten Empfängnis Mariä, und in der hl. Geistkirche sieht man von seiner Hand die Statuen der Muttergottes, des Johannes und der Magdalena. Auch für die ehemalige Prämonstratenser-Abtei Neustift bei Freising führte er Statuen und Ornamente aus. Im erwähnten Vitruve bavarois, einem bayrischen Werke mit französischem Titel, ist seine Zeichnung der Festdekoration zu Ehren der Josepha Antonia, der Tochter Carl’s VII., von Y. Funck gestochen, und auch die Abbildung des Opernhauses von München ist in diesem Werke nach Guendter’s Zeichnung gestochen. Er zeichnete auch mehrere Prospekte der Stadt München. Jungwirth stach neben andern die Isarbrücke mit dem sogenannten rothen Turm, der 1707 abgetragen wurde.
Dieser Künstler wird auch im Winckler’schen Cataloge (Ginter) erwähnt, und hier Historienmaler und Kupferätzer genannt, der 1760 ein Blatt radirte, welches Pygmalion vorstellt, wie er die Venus (?) meißelt. Auch ein radirtes Blatt mit dem Ecce homo wird ihm beigelegt. Es ist in 12., und mit einem Monogramme bezeichnet.
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