Guendter, Johann Georg

Guendter, Johann Georg, Maler und Galerie-Inspektor zu Augsburg , geb. im Markte Altmannstein im bayrischen Regenkreise 1760, gest. 1832. Er war der einzige Sohn aus der zweiten Ehe seines Vaters, eines Bildhauers, und wurde schon in früher Jugend einem Regensburger Maler zur Unterweisung übergeben, dessen zweckwidrige Anleitung und rauhe Behandlung ihn aber veranlasste, seine Ausbildung in München zu suchen. Nach längerer Aufenthalt begab sich Guendter nach Augsburg, wo er bei mehreren Glasmalern angenehme Beschäftigung fand. Der Ruf seiner fortschreitenden Thätigkeit veranlasste die damalige Malerwitwe, Marie Anna Gassler, geborene Stolz, 1788 sich mit ihm zu verehelichen. In jener Zeit trieben Augsburger Kaufleute noch den thätigsten Handel mit Malereien auf Glas nach verschiedenen Ländern, besonders nach Spanien , wo solche Gegenstände mit Gold aufgewogen wurden; daher hatte auch Guendter gewöhnlich mehr

Bestellungen von Arbeiten, als er leisten konnte. Sobald aber der

Einfluss der französischen Republik auf diesen Handelszweig sehr

nachtheilig einwirkte, wagten die Kaufleute nicht mehr, Vorräthe

von Glasmalereien auf gutes Glück zu bestellen, und dieser unver-

schuldete Mangel an Beschäftigung versetzte ihn in Verlegenheit,

Gemälde zu entledigen, deren Zahl durch

in den folgenden

seine Familie anständig ernähren zu können. Er sann also auf

neue Quellen zum ferneren Unterhalte und suchte sich der

Nahrungssorgen durch die Wiederherstellung alter verdorbener Ge-

lie Wanderer aus Frank-

reich in Deutschland sehr vermehrt worden war. Allein mit der

Literatur und Theorie seines Faches noch unbekannt, und außer

Verbindung mit gefälligen Berufsgenossen, musste er sich auf seine

eigene Erfindungskraft beschränken. Erst nach einer Reihe von

Versuchen wurde er mit den zuverlässigsten Restaurationsmitteln

und deren dauerhaften Wirkungen ganz vertraut. Sein unermüdeter

Eifer in diesem neuen Geschäftszweige erregte die Aufmerksamkeit

naher und entfernter Kunstfreunde noch in desto

höherem Grade, als er bei der Errichtung der k. b. Gemäldegal-

lerie in Augsburg mehrere, zwar sehr ausgezeichnete, aber aus-

serst beschädigte Gemälde in den erfreulichsten Zustand zurück-

versetzte. Diese öffentlichen Proben seiner Kunstfertigkeit gewan-

nen den vollsten Beifall des Direktors von Mannlich zu München,

auf dessen Gutachten dann auch Gueichter als k. Gemälde-

Restaurateur bei der Augsburger Gallerie 1808 ernannt wurde.

Seine erste Sorgfalt war, die aus den säcularisirten Klöstern zu

Augsburg für die dortige Gallerie abgegebenen vortrefflichen Ge-

mälde der altdeutschen Schule, welche, wie z. B. die Werke von

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