Gubitz, Friedrich Wilhelm, berühmter Formschneider zu Berlin, ein vielseitig gebildeter Künstler, der geboren wurde. Er bildete sich auf der Akademie der Künste zu Berlin und hier brachte er als 15jähriger Knabe 7 Vignetten zur Kunstausstellung, die schon Ungewöhnliches erwarten ließen. Die Blätter, die er von nun an lieferte, zeigen immer größere Vollkommenheit, und zuletzt erreichte er die höchste Zartheit und Schärfe des Schnittes, so dass seine Blätter den besten englischen Werken dieser Art an die Seite gestellt werden können. Er machte auch sehr
elungene Proben, Copien von Ölgemälden in farbigen Abdrücken durch Anwendung mehrerer Holzplatten darzustellen, um auf solche Weise das Colorit der Ölgemälde nachzuahmen.
Gubitz, Friedrich Wilhelm.
Die Anzahl von Blättern dieses Künstlers ist bedeutend, viele aber wurden auch unter seiner Leitung von Schülern ausgeführt. Gubitz wurde schon 1805 Mitglied der Akademie zu Berlin , Lehrer der Formschneidekunst und 1812 ordentlicher Professor an dem besagten Institute, zu dessen Ruhm er mit Eifer und Ausrung wirkte. Sein Bruder ist ebenfalls ein geschickter Formschneider.
Von den mannigfaltigen Aufsätzen, die Gubitz für Zeitschriften und Taschenbücher lieferte, und von seinen dramatischen Werken handelt das gelehrte Berlin im Jahre 1825, und über seine schriftstellerische Laufbahn ist auch besonders der Artikel im Nachtrage zum Conversations-Lexicon zu lesen. Er hatte sich in seiner Jugend mit Vorliebe den Wissenschaften gewidmet; seine Familie’s äußere Umstände zwangen ihn aber einen rascheren Erwerb zu suchen, als ihm der gelehrte Stand nach mehrjährigen Studien zu bieten im Stande war. Sein Vater, der sich in der Stahlschneidekunst aus- zeichnete, war erkrankt und zuletzt halb erblindet, und so musste Gubitz, um kindliche und brüderliche Pflicht zu erfüllen, in der Holz- schneidekunst seine Mittel suchen, die er auch im reichlichen Maasse fand, da seine Arbeiten sowohl im In- als Auslande mit allem Beifall aufgenommen wurden. Selbst aus fremden Welttheilen kamen ihm Bestellungen zu.
Das Bildnis der Gräfinn von Voss, der erste und glückliche Versuch in der Holzschnittmanier, von 8 Platten gedruckt.
Der Heiland, nach L. Cranach, mit farbigen Platten gedruckt, eines seiner vorzüglichsten Werke.
Viele Landschaften in der Strich- und Tuschmanier, unter denen sich ein Wasserfall nach Jüngel besonderes auszeichnet.
Das Bildnis Pestalozzis.
Die Nacht, nach Laurens.
Die Vignette zu Grove Hill, „a Description, a Poem“, nach Auderson, erster Versuch in dieser Manier zu schneiden.
Das preussische Wappen.
425 - Figürchen zu einem Orbis pietus.
Szene zu Hurmann und Dorothea.
Drei Blätter zur Reise, von Glogau nach Sorent.
Die Blätter zu Arndt’s Reisen, 1804.
Diejenigen zu Meister’s Fabeln, Berlin 1805.
Die Wahrheit im Fabelgewände.
Ein Morgenlandschaft.
Eine Mondchein- und eine Gewitterlandschaft.
Heiligenbad bei Doberan.
Das Bildnis Albrecht Dürers.
Belisar.
Das Brandenburgerthor, in 2 Platten.
Das preussische Wappen, in 2 Platten.
Das Bildnis Göthe’s und Kaiser Franz I., mit Volkabildern.
Verschiedene Vignetten und Visitenkarten.
Copien nach griechischen Holzschnitten, unter denen sich eine kleine Sammlung auf 1836, 1830 und 1837, jeder mit mehr als 300 Holzschnitten, theils von ihm selbst, theils unter seiner Leitung, befindet.
Eine Sammlung von Verzierungen in der Kerpresse. Dieses sind größtentheils räumliche Spiegelschalen, die als Verzierungen fast in allen Buchdruckereien gebraucht
werden. Viele solcher Proben sind im Gesellschafter, einer schätzbaren Zeitschrift, die Gubitz selbst gründete.
Seine Holzschnitte, und die in seinem Atelier gefertigten, gewinnen von Jahr zu Jahr an Vollkommenheit. Besondere Aufmerksamkeit verdienen außer den Portraiten die historischen Blätter, Schnitte, die sonst kaum im Stiche sauberer gegeben werden konnten, sind: Lessing’s Leonore, Heiratsantrag auf Helgoland, der genügsame Alte, der
politische Dorfschulmeister, der Flickschneider etc.; Einige im Gzinsky’s Geschichte der neueren Kunst, 1850.
Unter seinen Schülern verdienen besonders Bethge und Müller genannt zu werden, dann Lirause, Patzig und Glantz.
— Gucci, Lapo di, Maler zu Florenz, der daselbst um 1350 lebte, in diesem Jahre gründete er mit Andern die Gesellschaft des heil. Lucas.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_FYTrAAAAMAAJ