Gubbio , Oderigi da, Maler aus Gubbio, einer Stadt bei Perugia , angeblich Giotto’s Schüler, nach Vasari’s Urtheil ein tüchtiger Mann, der in Rom dem Meister sehr befreundet war, Dante nennt ihn „den Stolz von Gubbio und der Miniaturmalerei .“ Im zweiten Gesänge des Purgatoriums singt er: (nach Streckfuss) „Ich muss für Oderich dich halten, Den Ruhm der Kunst, die auf das Elfenbein Hinzaubert bunte liebliche Gestalten.“
Oderigi lebte in Bologna und hier hatte er Schüler gebildet. Man glaubt, dass er auch in seiner Vaterstadt manchen Zögling erbaut; denn nicht lange nach ihm, 1321, finden wir Cecco und uccio von Gubbio als Maler des Doms in Orvieto besoldet, und 4342 Guido Palimerrucci, den Engubier, beim öffentlichen Palaste der Vaterstadt angestellt. Auch der Bologneser Franco war sein Schüler, und diesen hält man für den ersten Boulogner, der viele unterrichtete und gleichsam der Giotto dieser Schule wurde, ohne jedoch diesem berühmten Meister gleichzukommen.
Wer der Meister dieses Oderigi gewesen, ist wohl nicht mit Si- cherheit zu bestimmen. Baldinucci rechnete diesen Künstler zur Schule des Cimabue und pfropft ihn seinem Stammbaum ein. Allein Oderigi starb 1290, ein Jahr früher als Cimabue, diesem an Ruf und Würde gleich, und vielleicht war er nicht viel jünger als Cimabue selbst. Giotto war um 1286, als er in Cimabue’s Schule zu zeichnen anfing, nur 10 Jahre alt, und daher noch Knabe, als Oderigi schon im reifen Mannesalter stand. Er ist also Zeitge- nosse des Cimabue, und als Miniaturmaler wohl nicht dessen Schüler; noch weniger aber Zögling des Giotto. Als Maler war Oderigi tüchtig, nach Dante’s Angabe aber hochfahrend und stolz, ein eitler Mann, der in der Kunst den Franco nicht erreichte; denn in dem erwähnten Gesänge von Dante’s Purgatorium heisst es: (nach Streckfuss,) „Ach, Bruder, heiter sind die Schildereien, Versetzte jener (Oderich), Frank des Bolognesen, Sein ist der Ruhm nun ganz, zum Theil nur mein. So edel, wär ich, lebend, nicht gewesen, Dies zu gestehen; denn ach vor Ruhmgier schwoll Damals mein stolzes Herz, mein ganzes Wesen, Für solchen Stolz bezahlt man hier den Zoll.“
In Benvenuto da Imola’s Erläuterungen des Dante heißt es ebenfalls: Iste Odorisius fuit magnus miniator in civitate Bononiae, qui erat valde vanus jactor artis suae. Von diesem Künstler handeln auch Fiorillo und besonders Lanzi.
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