Gruenewald, Mathias, Maler, und angeblich auch Formschneider ,
dessen Lebensgeschichte wenig begründet ist. Man nennt
Aschaffenburg als seine Geburtsstadt, und hier soll er nach Malpe
1450, nach Fiorillo 1480 geboren worden sein. Er arbeitete
in seinem Vaterlande, sowie zu Mainz und in Frankfurt, aber
von seinen Gemälden wurden viele im Dreißigjährigen Krieg
theils verschleppt, theils vernichtet. Auch keinen Holzschnitt kann
man ihm mit Sicherheit beilegen. Man legt ihm indessen verschiedene
Monogramme bei, aber größtenteils ohne Grund. So deutet Malpe
irrig das Zeichen des Hieronymus Greff auf unseren Gruenewald,
und Christ und Gori sind ebenfalls im Irrtum, wenn sie
diesem Künstler das Monogramm M. G. mit der Jahrzahl 1548 bei-
legen. Sandrart vermutet, dass Gruenewald um 1510 gestorben
sei, und daher kann er jene Holzschnitte von 1548 und 1555 nicht
mehr gefertigt haben. Auch könnte er mit Mathias Geron ver-
wechselt werden, von dem sich noch Gemälde finden. In Bezug
auf die Monogramme, welche hie und da dem Gruenewald beige-
legt werden, hat man also wenig Sicherheit, und eben dadurch
treten auch einige unbekannte Monogramme hervor, worunter
auch jener gehört, von welchem sich ein Blatt mit Christus am
Kreuze findet, und der Aufschrift: MORS TUA NOSTRA SALUS.
An diesem Blatt hat Gruenewald vielleicht so wenig Anteil als
M. Greuter, dem einige beilegen wollen. Wenn unser Künstler
um 1510 gestorben ist, so können ihm wieder die Darstellungen
in jener Bibel nicht angehören, die 1532–1545 zu Wittenberg
gedruckt wurde. Einige Blätter haben die Buchstaben MS 1532,
was Christ mit Mathias Schaffnaburgensis erklärt, der demnach
unser Gruenewald wäre.
Gruenewald war Dürers Nebenbuhler.
Seine schönsten Bilder findet man zu Aschaffenburg und Mainz.
Zu Colmar befindet sich in der Stadtbibliothek ein treffliches Al-
Tarblatt, das ihm zugeschrieben wird: Christus am Kreuz, Johannes der Täufer, Johannes der Apostel, die in Ohnmacht gesunkene Maria in den Armen haltend, und Maria Magdalena gegen das Kreuz knieend. Auf dem Untersatz ist die Grablegung dargestellt, und die Nebenstücke bestehen in einem heil. Antonius und einer Flucht nach Ägypten. Diese Bilder sind äußerst vollendet in Zeichnung, voll Wahrheit, aber meist von grauenhafter Wirkung. In den Gesichtern der Maria Magdalena und Johannes ist überall der unendliche Schmerz, die starre Verzweiflung ohne Mildерung ausgedrückt. Der tote Christus ist mit den blutrünstigen Verletzungen der Dornenkrone und Geißlung in schauderhafter Wahrheit dargestellt. Diese Bilder kommen aus der Antonierkirche zu Isenheim. Das Colorit ist warm und sehr kräftig, aber dunkel, und es trifft, anfälliger Weise, mehr mit dem der italienischen Schule bei ihrer völligen Entwicklung überein, als mit dem frischen, hellen der altdeutschen Meister; so auch in mancher Richtung in Zeichnung und Ausführung.
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