Gresta, Anton, Historienmaler , geb. zu Ala in Tyrol 1671, gest. 1721. Er studirte seine Kunst in Verona , und 16907 ging er nach Ala zurück, wo seine Gemälde jetzt mit Beifall aufgenommen wurden. Im Jahre 1701 ging er nach Venedig , um die Meisterwerke jener Schule zu besuchen, und mit Kenntnissen bereichert kehrte er zum zweitenmal in seinen Geburtsort zurück, wo er zahlreiche Aufträge erhielt, bis ihn 1720 der Bischof von Speyer als Hofmaler berief, eine Stelle, die er nicht ein volles Jahr behielt, da ihn die Hofkabalen zu tötlich ärgerten. Von ihm gemalt ist der Plafond in der Hofkapelle zu Brixen, die Kirche del Carmine zu Trient und ein Theil der Kirche della Trinita zu Secco. Auch Ölbilder finden sich von ihm, in denen der Reichthum der Erfindung, die Lebhaftigkeit der Farben, die Anmuth und Leichtigkeit des Ausdrucks gerühmt werden.
Greuter oder Greuther, Mathias. Kupferstecher ; der 1564 oder 1566 zu Straßburg geboren wurde. Seine Jugendgeschichte ist unbekannt; man weiß nur, dass er zu Lyon , in Avignon und zu- letzt in Rom als ausübender Künstler gelebt habe; in letzterer Stadt starb er 1638. Greuther gehört zu den geschickten Künst- lern seines Faches. Seine Zeichnung ist ziemlich korrekt, nur in den Extremitäten öfter nachlässig. Die Blätter, welche er lieferte, sind stark vorgeätzt und mit dem Stichel in einer guten Manier beendet. Dass er auch in Holz geschnitten, ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen.
Man legt ihm ein Monogramm bei, welches den Buchstaben G in M zeigt, allein die so bezeichneten Stiche, Copien nach Dürer, scheinen älter zu sein, und einige legen sie auch dem Martin Günter bei, der jedoch in der Kunstgeschichte unbekannt ist. Auf andern Blättern stehen die Initialen M. G. Copien (segenseitig) nach Dürer’s Passion: Der leidende Heiland, 1500. mit Greuther’s Monogramm und der Jahrzahl 1507. Dürer’s Zeichen fehlt. H. 3 Z. 3 Z., Br. 2 Z. 9 L. Es gibt alte und neue Abdrücke. Christus am Ölberge betend, 1508. Dieses Blatt ist mit M. G. 1507 bezeichnet, und vielleicht von Greuther. Die Gefangennehmung Christi, 1508. Mit M. G. 2597 bezeichnet. Christus vor Caiphas, 1512. Ebenso bezeichnet, Christus vor Pilatus, 1512. Gleiche Bezeichnung, Die Geisslung, 1512. Mit M. G. signiert. Die Dornenkrönung, 1512. Mit M. G. 1507 versehen. Ecce homo, 1512. Ebenso bezeichnet. Pilatus wäscht die Hände, 1512. Mit M. G. 1507 signiert. H. 4 Z. 4 L., Br. 2 Z. 9 L. Die Kreuztragung, 1512. M. G. 1507. Christus am Kreuze, 1511. Dieses Blatt hat Greuther’s Mono- gramm und die Jahrzahl 1507. Dürer’s Zeichen und Jahrzahl fehlen. H. 4 Z. 3 L., Br. 2 Z. 9 L. Es gibt geringe neue Ab- drücke. Christus in der Vorhölle, 1512. Mit M. G. 1507 versehen. Die Kreuzabnehmung, 1507. Bezeichnet: M. G. 1507. Die Grablegung, 1512. Mit M. G. 1597 signiert. Die Auferstehung, 1512. M. G. 1507. Maria von zwei Engeln gekrönt, 1518. Dieses Blatt ist mit dem Monogramm versehen und der Jahrzahl 1596. H. 5 Z. 5 L., Br. 3 Z. 7 L.
Blätter nach andern Meistern:
Die Ansicht von Straßburg, 1587: Daniel Specklin fecit (deli- neavit). M. Greuter sculpsit, qu. fol. n
Die Säule, welche in Rom zu Ehren Heinrich’s IV. von Frank- reich errichtet wurde, 1505. In der Höhe ist Christus am Kreuz, dessen Extremitäten mit Lilien geziert sind. Unten sind die Medaillons von Pabst Clemens VIII. und Heinrich IV. Die Beischrift Math. Greuter Lugduny F. bestimmt den Ort, an welchem das Blatt gefertigt wurde. Es ist in gr. fol.
Einige geätzte Blätter mit vierfüßigen Thieren und Vögeln.
Eine Folge von 6 allegorischen Stücken in 4, mit den Äufschrif- ten: Amor vincit omnia, Pudicitia, Mors, Gloria, Tempus, Aeternitas, R
Die Himmelfahrt des Elias, nach Wendel Diterlin: Matheus Greuter sculpsit Argentinae 1580. fol. Selten. Das Bildnis Heinrich IV., 1505 in Lyon gefertigt. Das Bildnis Sixtus V., gr. 4
Greuter, Johann Friedrich.
Olivarius Razzalius, Cardinal, 4.
Der Fall des Phaëton, nach Wendel Diterlin, 1588, gr. fol.,
Selten. Apollo und die Musen auf dem Parnass, nach Polidor, mit M. G. F. bezeichnet, qu. fol. ; Maria mit dem Jesuskind in einer Landschaft sitzend, nach Baroccio, 4 Maria Magdalena mit dem Buche in einer Landschaft, 1584, 4. Die Geburt der hl. Jungfrau, fol. Venus und Amor, 4. Venus auf dem Bette liegend, vor ihr Mars, nach R. Müotta, r. fol. ° „Venus auf einer Kugel. M. Greuter inv. et fecit 1587. . Qu. fol. ‘ „Maria mit dem Engel, Copie nach R. Motta, Der Brand von Troja, nach Lanfranco, qu. fol. Die büssende Magdalena in der Wüste unter einem Baume am Felsen, nach S. Gaetano, 1584. gr. fol. _- Der Aufzug Karl V. mit L. Vorstermann gestochen, gr. qu. fol. Johannes als Knabe an der Quelle. Aeneas Salmatia €erga. inyv. In Greuter’s Manier, qu. fol.
Die Wirkungen der Tugend und der Wohllust, nach W. Di- terlin’s Zeichnung , 1507. fol,
Das jüngste Gericht nach Mich. Angelo. mit M. G. bezeichnet und nach Bottari von Greuter gefertiget. Im ersten Druck vor der Schrift.
Die hl. Jungfrau mit dem Kinde und dem anbetenden Johannes in einer Landschaft, nach F. Baroccio, M. G. 1584. fol.
Die Darstellung des Jesuskindes im Tempel, in einer Binfassung. Dieses Blatt ist mit: Nicolaus Martinellis Pisaur. Inuen. — Adam schulptor Mantuanus exc, Romae. Anno Dni. 1581, bezeichnet, und oben rechts sieht man die Buchstaben M, G. F., was nach Bartsch P. qr. XV. p. 431. unsern Künstler be- deuten dürfte, und zwar den Stecher, während Adam Ghisi nur der Herausgeber ist. H. 15 Z. 6 L., Br. 10 Z. 0 L.
Ein allegorisches Blatt, welches die Macht des Reichthums und das Unglück der Armuth vorstellt: Mundum trahit pecunia, nach Greuter’s Erfindung, qu. fol.
Die Zeit; allegorisch in einer schadhaften Barke dargestellt, 4.
Eine Folge von sechs kleinen Blättern: Jahel 1586; Populus Sy- racus.; Hercules 1586; Judas 1586; Tebanese; Gedion.
Eine Folge von 4 Blättern unter dem Titel: Stuck zum ver- zeichnen für die goldschmid,
Die Statue des Melecager, daneben der Eberkopf,
Aussere Ansicht der Peterskirche in Rom, und die Colonnade des Platzes, 2 Bl. nach Papirius Bartoli.
Die Seligsprechung des Carlo Borromeo und S. Jsidor in der Peterskirche zu Rom, 1610 und 1622. 2 Bl. gr. fol.
Derselbe Gegenstand, sehr gross mit Beschreibung.
Verschiedene römische Kirchen, 7 Bl. 1631. qu. fol.
Zwei schöne Allegorien: Innocentius Martini inv., gr. qu. fol.
G. Greuter, Johann Friedrich, Zeichner und Kupferstecher, der
Sohn des Mathias, wurde um 1600 zu Rom geboren. Er übertraf seinen Vater in der Kunst, wie denn Greuter überhaupt einer der besten Stecher seiner Zeit ist. Auch in der Zeichnung ist er cor- rekter, als sein Vater, Lanfranco schätzte ihn besonders hoch
und liess durch ihn verschiedene Gemälde in Kupfer stechen. Greuter starb in Italien um 1660. Er bediente sich zur Bezeich- nung seiner Blätter häufig eines Monogramms, das zuweilen aus den Buchstaben G. G. besteht, weil er sich auch Giovanni Greu- ter nannte.
Marcus Antonius Colonna, von Seegöttern im Triumph getra- gen, nach P. de Cortona, gr. qu. fol.
Hercules, wie ihm die Hesperiden Lorbeerkränze bieten: Das Titelblatt zu G. B. Ferrari Hesperides, sive de Malorum au- recorum cultura et usu. Roma 1646, nach P. da Cortona.
Die Pflanzung der Pomeranzen- und Citronen-Bäume in den Gärten Genua’s, Guido Reni inv., Aus de Ferrarii Hesperides; fol.
Die Ankunft der Hesperiden mit ihren Früchten, von Tritonen getragen, nach Lanfranco, für dasselbe Werk, fol.
Die Hesperiden, in dem Buche: Documenti d’amore: Lorenzo Greuter inv. Gio. Fr. Greuter fc.
Ein großes Schlachtstück, nach Tempesta,
Ein ähnliches, nach demselben.
Die Schmiede Vulcans, mit dem Wappen eines Cardinals, das zwei Männer halten, nach Lanfranco, gr. qu. fol.
Apollo und die Müsen auf dem Parnass, ohne Namen des Ma- lers, welcher A. Camassei ist, gr. qu. fol.
Ein Weib mit Helm und Harfe auf dem Felsen ruhend, zur Seite Amor, kl. fol.
Das Bild der hl. Jungfrau, 4.
Der Tod der hl. Cäcilia, nach Dominichino, kl. fol. u. qu. 3.
Ciborio oder Baldachino, collocato sopra la confessjone sotto la cuppola di S. Pietro in Vaticano, nach J. L. Bernini, gr. fol.
Antike Statuen, der Gallerie Justiniani,
Das Bildniss des Dichters Joh. Bapt. Marino, nach S. Vouet, fol.
Das Begräbniss Christi, nach S. Fensoni, 1638. 4.
Der Fall Lucifers, nach demselben, 1640. kl. fol.
Eine Frau, welche Orangenblüthen ausstreut, die ihr ein Amor reicht. Es sind noch fünf andere Frauen auf dem Blatte. Lo- renzo Greuter dis. — G. F. Gr. inc. H. 7Z. 5 L., Br. 5 Z. 314
Eine Darstellung der Roma liberata, nach P. da Cortona.
Eine Frau mit den Leidenswerkzeugen des Herrn, und der In- schrift: Fasciculus Myrrae dilectus etc., nach demselben.
Die Flora mit ihren Begleiterinnen den Janus mit einer Krone, mit Festons etc. schmuckend, das Titelblatt zu Ferrari’s Flora, sive Florum cultura, Roma 1633, nach P. Cortona.
Die Anwesenheit der Götter ersten Ranges in den Gärten der Flora, für dasselbe Werk. 3
Die Fabel der Melissa und der Florilla, ebenfalls für Ferrari’s Werk,
Die drei Tugenden: Misit ignem in ossibus meis etc., nach G. del Grasso.
Das Bild eines hl. Jesuiten, nach Ant. Pomeranzio.
Die Grablegung Christi, nach Cav. Ferrace Franzoni.
Die fliegende Fama mit der Trompete, das Titelblatt des Bu- ches: Elèusereae Gentilitiae a Silvestro Petra Sancta Soc. Jesu. Romae 1638, f
Das Titelblatt der Orationes J. B. Ferrari, eine Frau mit der Rose vorstellend.
Ein Krieger mit militärischem Gefolge: Victrici Palladi, nach A.
Das Wappen eines Cardinals aus der Familie Barberini, mit Arabesken geziert, nach demselben. . . 9 Papst Urban VIII. sitzend, mit drei Pagen, von denen ihm einer das Buch reicht, nach C. Camassei. Allegorie auf den Cardinal Francesco Barberini, oben Neptun und das Medaillon mit dem Porträt desselben, nach S. Vuet,
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