Grégoire, Louis Jean François Ia.

Grégoire, Louis Jean François Ia., auch Lagrégoire geschrieben, der ältere Maler dieses Namens, geb. zu Paris 1724, gest. 1805. Sein Meister war Carl Vanloo und sein unermüdlicher Fleiß gewann bald mehrere Preise der Akademie, darunter auch denjenigen, der in einem Reisestipendium nach Rom bestand. Hier studierte er mit Eifer die großen italienischen Meister, besonders Guido und Al- bani, und den Correggio suchte er in seinem graziösen Wesen nachzuahmen. Lagrégoire selbst gefiel wegen seiner Zierlichkeit der Darstellung und wegen der kräftigen Behandlung, die sich in seinen Werken offenbarte. Ueberhaupt muss man ihn zu den vor- züglichsten Meistern der vordavidischen Schule zählen. Nach seiner Rückkehr von Rom nahm ihn die Akademie zu Paris unter die Zahl ihrer Mitglieder auf, und das Aufnahmsstück, mit dem Raube der Dejanira, erklärte man als eines der vorzüglichsten Werke der damaligen französischen Schule.

Im Jahre 1760 ging der Künstler nach St. Petersburg , um eine Stelle an der Akademie anzutreten, gerieth aber mit dem Direktor Schuwalof bald in Missverhältnisse und kehrte 1761 wieder nach Frankreich zurück. In der Akademie zu St. Petersburg sieht man von seiner Hand ein allegorisches Gemälde, welches die Kaiserin Elisabeth vorstellt, wie sie den nahenden Künsten Schutz verleiht. Zwei andere Bilder, die er in Petersburg malte, wurden von russischen Künstlern gestochen: von Srebrenitzki die römische Charitas und von Scorodumof Loth mit seinen Töchtern. Die kaiserlichen Sammlungen enthalten indessen mehrere Bilder von seiner Hand. Der Hauptschauplatz seines Wirkens aber war in Paris, und von da aus verbreitete sich sein Ruf weithin. Er war auch einige Zeit Direktor der französischen Akademie in Rom, und nebenbei führte er den Titel eines Professeur-Recteur der Pariser Akademie. Im Jahre 1804 ernannte ihn Napoleon noch zum Rit- ter der Ehrenlegion, und schon früher bekam er den Titel eines Conservateur et administrateur honoraire du Musée Napoleon. Den 17. Juni 1805 starb er endlich, zu der Zeit, als man anfing, seine Werke zu vergessen. Sic transit gloria mundi; indessen gründete Lagrégoire’s Ruhm sich nicht auf wahres Verdienst. Er huldigte dem Geschmacke seiner Zeit und dieser wieder ihm. Die Produkte seines Pinsels sind zahlreich: Historien, Allegorien und gute Porträts, die nur des zopfmässigen Aufputzes wegen nicht mehr ansprechen. Einige seiner Gemälde kamen in das Schloss von Choisy, und dar- unter sind zwei Allegorien, die später in das Museum nach Ver- sailles kamen, diejenigen Bilder, die ihm auch im Auslande Ruf verschafften. In Rom malte er die Wittwe von Malabar, die sich beim Verbrennen ihres Mannes opfert, wofür ihm der König eine Pension von 2400 Fr. zusicherte. Für den unglücklichen König führte er eine große Anzahl von Bildern aus, die man in der Manufaktur der Gobelins, zu Versailles und in der Akademie findet. Man findet auch im Ausland eine Anzahl seiner Werke. Man erwähnt besonders: Alexander, der die Familie des Darius tröstet; das Opfer der Polyxena; Le chevalier d'Avant; der Tod des Dau- phina; Cäsar, dem man den Kopf des Pompejus überreicht; die jüdische Susanna; der Kampf der Grazien mit den Liebesgöttern; die Poesie und die Philosophie; Ceres lehrt den Ackerbau; die hl. Maria mit den Engeln; das Bad des Jesuskindes; die Zusam- menkunft des hl. Ludwig mit Papst Innocenz IV.; die Verzweiflung der Armida; Apollo und die Sibylle; Popilius; Menelaus und Paris bereiten sich zum Kampfe; Marcellus; Sara und Hagar etc. Der größte Teil seiner Gemälde wurde gestochen: von Beauvarlet,

Bonnet, Bouillard, Danzel, L’Empereur, Dupuis, Fessard,
Flipart, Dennel, Regnault u. a.
La Grenee hat selbst einige Blätter geätzt.
St. Petrus und St. Hieronymus, 2 Stücke in 4.
Maria mit dem schlafenden Jesuskinder, nach Guido, Medaillon,
in 4.
Die sitzende Madonna mit dem Kinde, kl. Fol. I
Die Charitas und die Gerechtigkeit, 2 Bl. in 8, 7
Das Opfer Noah’s, qu. 12.
Ein Bacchanal, qu. fol.
Der sitzende Alte, qu. 12.
Ein nacktes Frauenzimmer vor dem Spiegel, nach Eisen braun,
in Lavismanier, 8. / .

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