Grassi, Johann Baptist, Historien- und Portraitmaler, geb. zu Udine oder Wien um 1768, ein Künstler, der sich bedeutenden Ruf erwarb, besonders als Bildnismaler. Er wetteiferte in Wien mit Füger und Lampi, und als er 1800 als Professor an der Akademie in Dresden auftrat, wurde er Nebenbuhler des berühmten A. Graff. In Frauenbildnissen trug er auch die Palme davon, denn er verstand es, ihnen ungemeine Grazie zu verleihen, was ihm vor allen das zarte und eitle Geschlecht gewann. Allein er fesselte auch
den Kenner durch die Natürlichkeit, welche in seinen Bildern herrscht, und durch die Frische und Zartheit des Colorits, das er mit Meisterschaft behandelt. Die Anzahl seiner Bildnisse ist be- deutend, und darunter sind solche von Personen des höchsten Ranges. Er übte seine Kunst in verschiedenen Städten mit dem größten Beifall. Zur Zeit der früheren polnischen Insurrektion war er in Warschau , und hier erlitt er grosse Gefahr, bis ihn Kosciusko’s Freundschaft befreite. Glücklichere Tage blühten ihm in Dresden, und Ehre und Auszeichnung im Verlaufe der Jahre. Im Jahre 1816 trat er in Dresden aus der Reihe der akademischen Professoren, und um diese Zeit erhielt er vom Könige das Ritter- kreuz des sächsischen Civilverdienst-Ordens. Der Grossherzog von Gotha ertheilte ihm den Titel eines geheimen Legationsrathes, und schon früher hatten ihn einige Akademien unter die Zahl ihrer Mitglieder aufgenommen, wie die Akademie von St. Luca in Rom . In dieser Stadt trat der Künstler 1817 als Direktor der königlich sächsischen Pensionäre auf, und hier lebte er mit Gewissenhaftigkeit seinem Amte und seiner Kunst. Hier malte er auch das grosse Gemälde, welches Pius VII. vorstellt, wie er vom hl. Petrus die Schlüssel der Kirche zurückerhält, eine rühmlich gewürdigte Alle- gorie auf die Wiedereinsetzung dieses ehrwürdigen Kirchenober- hauptes.
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