Grasmeyer, Johann Georg Daniel, Maler, der 1600 zu Brixen geboren wurde. Er war der Sohn eines Glockengießers, der aber die Kunst dem Handwerke vorzog. Joseph Albert war sein erster Meister in der Malerei, und dann ging er nach Italien , um unter Carl Loth und Trevisani seine Studien fortzusetzen, bis er endlich nach siebenjährigem Aufenthalte in diesem Lande seine Reise nach Deutschland und Lothringen antrat. In Strassburg schlug er das ihm angetragene Bürgerrecht aus, zu Mannheim stand er aber einige Zeit in Diensten des Hofes. Zu Donaueschingen malte er die Fürstenberg’sche Residenz, und endlich liess er sich 1724 zu Wiltau in Tyrol nieder, wo er 1751 auch starb.
Grasmeyer malte in Tyrol mehr als 50 Altarblätter, sehr viele historische Staffeleigemälde und viele Landschaften, die vortrefflich aufgefasst, aber im Colorite unangenehm sind. Von seinen Altar- bildern rühmt man die Himmelfahrt Mariä und die Heiligen Se- bastian und Johann von Nepomuk in der Pfarrkirche zu Innsbruck , und im k. Bibliotheksaale zu Wien stellte er an einem grossen Deckenstücke die Himmelfahrt der hl. Jungfrau dar. In der Ser- vitenkirche zu Innsbruck ist von seiner Hand das Altarblatt der sieben Väter, und in der Kapelle des landschaftlichen Palastes ein schönes Gemälde, welches den hl. Georg darstellt. In der Pfarr- kirche zu Wiltau sind die Altarblätter des hl. Andreas und der hl. Catharina von ihm gemalt. In seinem väterlichen Hause zu Brixen sind die meisterhaften Porträts seines Vaters und seiner Mutter.
Solche Nachrichten liest man über diesen Künstler in der österreichischen Nationalencyclopädie, Wien 1835, II, 115, aber in Meusel’s neuen Miscellen II, 237, und darnach in Lipowsky’s bayerischem Künstlerlexicon und in Füssly’s allgemeinem Künstler- Lexicon, werden diese Werke einem Matthias Grasmeyer zugeschrie- ben, von welchem es heißt, dass er, obgleich ein Künstler, der mit den ersten seines Landes um den Vorzug streiten konnte, den- noch in Innsbruck seine meiste Lebenszeit in Dunkelheit verlebte.
Dieser Matthias ist doch wohl mit unserm Georg Daniel eine Per- son, oder gibt es dennoch einen Maler, der auf solche Weise in Innsbruck versauerte? Wir nehmen indessen keinen Anstand, der Nachricht der National-Encyklopädie und dem Werke Tschischka’s: Kunst und Altertum in den österreichischen Staaten, beizutreten.
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