Granet, Francois Marius, der gefeiertste französische Architekturmaler, dessen Ruf europäisch geworden, wurde zu Aix in der Provence geboren. Sein erster Meister war Constantin zu Aix, und hierauf ging er nach Paris , um die Zahl von David’s Schülern zu vermehren. Hier erhielt er 1801 den Aufmunterungspreis von 1000 Livr. für die innere Ansicht eines Klosters, und später ging er nach Rom , um nach gewohnter Weise die Hochschule der Kunst zu besuchen. Hier malte er 1808 das Kloster von Jesus Maria, und in diesem Jahre wurde ihm auch eine goldene Medaille zu Theil. Eines seiner früheren Bilder in Rom stellt die Scene dar, wie Poussin auf einem Speicher die berühmte Communion des hl. Hieronymus entdeckt, ein ausgezeichnetes Bild, das vielleicht so hoch steht, als sein gepriesenes Kapuzinerkloster. Der Künstler konnte dieses Bild dennoch lange nicht verkaufen, und endlich sah er sich genötigt, selbes um einen geringen Preis abzulassen. Im Jahre 1810 sah man ein anderes Werk von seiner Hand, welches man damals für sein bestes erklärte. Es ist dieses das Innere eines Gefängnisses, in welchem der Maler Stella als Gefangener die Madonna mit dem Kinde an die Mauer zeichnete. Jetzt in der Leuchtenberg’schen Galerie in München .
Ein berühmtes Gemälde ist sein Chor der Capuziner vom Platze Barberini zu Rom, das er 1820 schon das zwölfte Mal wiederholte. Ein solches Bild erwarb der König von Frankreich , und ein gleiches der König von England um 20,000 Fr. Ebenso berühmt ist auch das Innere der untern Kirche zu Assisi, welches Granet 1822 malte, in einem 10 Fuß hohen Bilde, im Luxembourg aufgestellt. Im Jahre 1824 malte er in Rom die offene Bogenhalle der Villa Aldobrandini zu Frascati, berühmt durch die Freskogemälde des Dominichino, mit zierlichen, schön gezeichneten und ausdrucksvollen Gruppen staffirt. Granet hat noch mehrere Teile des Palastes Aldobrandini gemalt, und selbe ebenfalls niedlich staffirt. Andere Bilder dieses Künstlers sind: der Dominikaner Peter Bosquier im Gefängnisse; Bernhard Strozzi malt das Bildnis seines Ordensgenerals, für den Herzog von Orleans ausgeführt; die innere Ansicht des Colosseums; die Kirche San Martino in Monte; das Innere des Hauses des Michelangelo; der vor dem Altare betende Franziskaner; die Einkleidung der Nonne von St. Clara in Rom, im Luxembourg; das Heiloster St. Trophime zu Arles; der hl. Ludwig befreit in Damiette die französischen Gefangenen, und eine bedeutende Anzahl anderer Bilder. Der größte Teil von Granet’s Werken besteht in Architekturstücken, und er erwarb sich vorzugsweise den Namen eines Malers der Interioren. Er malte mit Vorliebe unterirdische Gewölbe, Corridore, Refectorien, Kapellen, und überall wusste er besonders glücklich das einfallende Licht zu behandeln. Die Gesetze der Perspektive hat er, wie wenige, inne, und daher sind seine inneren Ansichten mit einer an Täuschung gränzenden Wahrheit gegeben. So lässt sein Kapuziner-Chor und seine Basilica des hl. Franz von Assisi in Hinsicht auf Wirkung und Täuschung nichts zu wünschen übrig; Auch in der Technik
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