Grandi Ercole, Maler

Grandi Ercole, Maler, den Vasari Ercole da Ferrara nennt. Er war Lorenzo Costa’s Schüler und dessen beständiger Gehülfe, ob- gleich selbst tüchtig. Seine Werke gefielen mehreren besser, als jene seines Meisters, und in der Zeichnung wenigstens sind sie vorzüglicher. Seine Untergebenheit war Folge seines eigenen Miss- trauens, doch hat er in einigen Bildern bewiesen, dass er zur Selbstständigkeit gelangt. Dabei arbeitete er für die Kunst mit Fleiss und Ueberlegung. In S. Pietro zu Bologna malte er die Geschichte des heil. Petrus auf die Wand, und brachte damit sie- ben Jahre mit dem nassen Malen zu, und fünf andere, um die Gemälde trocken zu übergehen. In der Kapelle Garganelli der- selben Kirche malte er auf der einen Seite den Gang der Maria über das Gebirge und auf der andern die Kreuzigung Christi mit vielen Figuren, die in den Köpfen ausserordentliche Mannigfaltig- keit bewiesen. Auch in den Trachten und in den Stellungen herrscht grosse Abwechslung, wobei er ausserordentliche Kenntnisse in der Verkürzung zeigt. Vor allen aber rühmt Vasari den Aus- druck des Schmerzes, den man, nach seinen Worten, sich kaum denken kann. Diese Kapelle wurde eingerissen, und von den Ge- mälden rettete man, so viel als möglich, um sie im Palast Tenara einzumauern. Lanzi sagt, dass dieses das Ausgezeichnetste sei, was der Künstler geliefert. In Bologna malte Grandi mehreres, später verliess er aber die Stadt, weil ihm Künstler die Zeichnun- gen entwendeten.

In Ferrara ist von seiner Hand ein Altar; in S. Paolo, und ein andres Gemälde ist nach Lanzi in der Kirche di Porto zu Ravenna; Im Stadthause zu Cesena sah Lanzi einige kleine Bilder.

In auswärtigen Gallerien sind seine Bilder sehr selten, ‚was selbst in Italien der Fall ist, denn der Künstler, überdies sehr zaghaft, starb schon im 40sten Jahre 1531. Lanzi erwähnt zweier Bilder in der k. Gallerie; zu Dresden als Werke Grandi’s, Quandt aber sagt in der Anmerkung zur deutschen Übersetzung der Ge- schichte der Malerei in Italien III, 202, dass diese Bilder gewiss nicht von Ercole seien, sondern von einem weit älteren Meister. Es sind die Gefangennehmung des Heilandes und die Kreuztragung desselben, im grossen Style gehalten, aber in der Ausführung un- vollkommen. Im Ausdrucke sind sie energisch, und in der Kreuz- tragung kommt eine Gruppe von Frauen vor, die zu dem höch- sten gehört, was die bildende Kunst im Tragischen hervorgebracht hat. David hat nach ihm eine Kreuztragung in Kupfer gestochen, und C. Ruina gab einige seiner Bilder im Holzschnitt heraus.

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