Grand, Jacques Guillaume le

Grand, Jacques Guillaume le, Architekt , geb. zu Paris , gest. daselbst . Anfangs widmete er sich dem Wasser- und Brück- enbau, bald aber studierte er unter Clerisseau die Architektur und diesem Meister, seinem Schwiegervater, blieb er stets zuge- than. Er schloss auch mit Molinos Freundschaft, und diese bei- den Künstler teilten hernach zeitlebens die Arbeit. Sie bauten das Théâtre Feydeau , la Halle aux blés und la Halle aux draps, beträchtliche und nützliche Anstalten. Diesem Künstler verdanken wir die Restauration der berühmten Fontaine des Bildhauers Jean Goujon, la fontaine des Innocens genannt, und ihm gebührt auch die Anordnung des umliegenden Marktplatzes.

Le Grand war ein gebildeter Künstler , in allen Teilen der Ar- chitektur tüchtig.

Er bildete in Italien seinen Geschmack durch das Studium der alten klassischen Monumente und auch in Griechenland sah er sich nach solchen um. Seiner Sorgfalt verdankt man die Restauration jenes Denkmales in Athen , welches unter dem Namen der Laterne des Demosthenes bekannt ist. Nach seiner Zeichnung führte Tra- bucchi dieses Werk für den Park von St. Cloud in Stein aus.

Le Grand ist auch als Schriftsteller seines Faches rühmlich be- kannt durch den Text von Durand’s Parallele de l’Architecture an- cienne et moderne, Paris, 1709, in 4. Mit Malinos gab er Cinq Mémoires sur les sépultures in 8. heraus, und durch seine Sorge erschienen auch in der Fortsetzung: Les Antiquités de la France , par Clerisseau, le texte hist. et descript. par Le Grand, 2 B. gr. vol. Paris, 1804. Von ihm ist auch der Text zum 1ten Band von Landon’s Description de Paris et de ses Ouvrages 1807; ferner ver- danken wir ihm die Galerie antique ou collection des chefs- d’oeuvre d’architecture, de sculpture et de peinture antique, ein Band in fol. mit Text von Boutrois. Paris, 1806.

Le Grand wollte auch einen zweiten Band von diesem Werke heraus- geben, es hinderte ihn aber der Tod daran. Er handelte darin von der griechischen Architektur. Mit Baltard gab er eine Dissertation sur le traité de Lebrun sur la physionomie in fol. heraus und ein anderes Werk, woran er Theil hat, führt den Titel: Oeuvres de J. B. et de F. Piranesi sur l'architecture et les anti- quités grecques et romaines, le texte italien revu et argumenté de notes, par Visconti, et la traduction française par Legrand, Paris, 1800–1802. 20 Bd. in fol. Er fertigte auch eine Übersetzung von Francesco Colonna’s sonderbarem Phantasie-Gebilde, unter dem Titel: Le Songe de Polyphile, traduit de l'italien, 2 B. in 12, erst nach Le Grand’s Tod herausgegeben. Es sollte dazu ein Kupferband kommen, der aber wegblieb. Bodoni hat dieses Werk 1811 in 4. abgedruckt. Einige haben diesem Künstler auch den Text zu Cassas Voyage pittoresque d’Itrée et de Dalmatie beigelegt, aber mit Unrecht; denn dieser ist von J. Lavallee. Legrand gab nur eine Notice sur ce voyage. Paris, 1803. 8. Dagegen hatte er an La- porte’s Voyage pittoresque en Syrie et en Égypte Theil. Die Ku- pfer dieses Werkes sind nach Cassas, und 1708 erschien ein Theil Legrand arbeitete seit seiner Jugend an einem Werke, das er aber nicht mehr gedruckt sah. Molinos gab es heraus, unter dem Titel: Essai sur l’histoire générale de l’architecture par J. G. Le- grand, pour servir de texte explicatif au Recueil et parallèle des édifices en tout genre, anciens et modernes, remarquables par leur beauté, leur grandeur ou leur singularité, et dessinés sur une même échelle, par L. N. Durand, Paris, 1800, fol.

Die neue vermehrte Ausgabe mit dem Leben Legrand’s erschien 1810 in 8. 057.

Dieses ist jener Joh. Le Grand, dessen Fußnote im Supplemente zum Künstler-Lexikon mit einiger Ungewissheit erwähnt, und dessen wir überjenen Architekten Legrand, der in diesem Lexikon als in russischen Diensten stehend erwähnt wird, keine nähere Aus- kunft geben können. Dieser lebte noch 1804 in St. Petersburg als Mit- glied der Akademie.

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