Gran, Daniel, Historienmaler , geb. zu Wien 1604, gest. zu St. Pölten 1757. Dieser Künstler, einer der vorzüglichsten jener Zeit, der in einiger Hinsicht schon die Principien eines Mengs in sich aufgenommen hatte, genoss den ersten Unterricht bei P. Ferg und bei Wernle, und reiste dann durch Unterstützung des Fürsten Schwarzenburg nach Italien , wo er sich an S. Ricci zu Venedig und an Solimena in Neapel anschloss. Doch war es besonders auch die Antike, welche er betrachtete, und eigenthümlich ist ihm eine gewisse Lebendigkeit des Geistes, die sich in seinen stark be- wegten Figuren und in dem Hange, großartig und originell in der Composition zu erscheinen, beurkundet. Wie die Meister jener Zeit, böabsichtigte auch er sinneschmeichelnde Wirkung, die er mit seinen schönen, kühn aufgetragenen, harmonischen Farben auch immer erreichte. In der Zeichnung hielt er sich streng an die akademi- schen Regeln und verstand es sehr wohl, eine menschliche Figur genau nach allen Verhältnissen darzustellen. Licht und Schatten sind bei ihm in grossen Massen verteilt und auch in der Gewan- dung liebte er das Massenhafte. Dabei verstand er die Gesetze der Optik und Perspektive genau.
Dieser Künstler malte Vieles im Vaterlande, in Palästen und Kirchen. Seine Deckenstücke der kaiserlichen Bibliothek in Wien sind von J. J. Sedlimayr gestochen, in dem Werke: Dilucida reprae- sentatio Bibliothecae Caesareae. Viennae 1737. Karl VI. beschäf- tigte ihn vielfach und belohnte ihn dafür kaiserlich. So erhielt der Künstler, so lange er in Hetzendorf arbeitete, täglich 100 Du- caten, und eine Hotel equipage mit vier Pferden brachte ihn jedes- mal an Ort und Stelle. In Hetzendorf lieferte er in den Deckenge- mälden des grossen Saals auch wahre Meisterstücke, wozu ebenfalls die Kuppel der erwähnten Bibliothek zu rechnen ist. In der Carls-
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