Graff, Carl Anton, Landschaftsmaler , der zweite Sohn des Obigen, wurde in Dresden geboren. Er genoss eine sorgfältige Erziehung, die ihn nicht allein in die Principien der Kunst, son- dern auch in die der Wissenschaften einweihte. Die Landschafts- malerei, die ihn vor allem anzog, erlernte er bei Prof. Zingg in Dresden , und 1801 ging der junge Künstler nach der Schweiz, wo er sehr geistreiche Skizzen der merkwürdigsten Gegenden, besonders aus dem Lauterbrunner Thale entwarf. Hierauf begab sich Graff über Mailand nach Rom und Neapel , und in ersterer Stadt verweilte er fast sechs Jahre, während welcher Zeit der Künstler viele Partien aus der dortigen Umgebung aufnahm. Nach seiner Rückkehr ins Vaterland arbeitete er seine italienischen Studien aus, er suchte aber auch oft die sächsische Schweiz, wo er in Tetschen für die gräflich Thun’sche Familie viele der schönen Umgebungen aufnahm. Auch bereiste er mehrmals die Schweiz , sowie die Rhein- und bayerischen Gegenden. Aus diesen Angaben lässt sich der Inhalt seiner Gemälde ableiten, und diese selbst sind trefflich ausgeführt. Er bemühte sich stets, das Eigenthümliche der landschaftlichen Natur zu fassen und besonders glücklich war er in Darstellung der Gebirgsgegenden. Auch die verschiedenen Wirkungen des Lichtes wusste er meisterhaft zu geben. Dabei war Graff ein vielseitig gebildeter Künstler , der mit seinem praktischen Streben einen reinen Sinn für Theorie verband. Er war auch ein trefflicher Violinspieler und in jedem Verhältnis ein edler Mann. Er erzog die unmündigen Kinder seiner Schwester, der Gattin des Landschaftsmalers Kaatz, auf väterliche Weise, — Böttiger hat ihn im artistischen Notizenblatte der Abendzeitung 1832, in welchem Jahre der Künstler starb, seinen Nekrolog geliefert.
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