Goyen, Jan van, Maler und Kupferstecher , der Sohn eines Kunst-
liebhabers Joseph Goyen, und daher auch Josephz. (Joseph’s Sohn)
genannt. Er wurde zu Leyden geboren und nach und nach
von C. Schilderpoort, J. Claes, J. de Man, H. Klok und W. Ger-
rits unterrichtet. Später reiste er zu seiner weiteren Ausbildung
nach Frankreich , und nach seiner Heimkehr schloss er sich an den
berühmten Isaias van der Velde an. Endlich liess sich der Künst-
ler in Leyden nieder, dann ging er nach dem Haag, wo er 1650
gestorben sein soll. Nach Houbracken starb van Goyen schon
1654, allein R. van Eynden und A. van der Willigen sagen in ihrer
Geschiedenis der vaderlandsche Schilderkunst I. 378, dass sie ein
Bild gesehen, welches dieser Künstler gemalt habe.
Van Goyen malte Landschaften, mit Vorliebe aber Seen, Flüsse
und Kanäle. Auf diesen sind Kähne, Fischer, Marktleute mit Aus-
schiffen beschäftigt, und in der Ferne sind Dörfer und Flecken.
In allen diesen Darstellungen herrscht ein getreues Studium der
Natur und die deutlichsten Spuren eines leichten und gewandten
Pinsels. Diese Bilder stellte Jan Steen oft mit schönen Figuren,
Die Färbung ist häufig ins Dunkelgrau übergegangen, was von
dem Missbrauche des Harlemerblaues herkommen soll, das auch in
den Bildern anderer Künstler einen nachtheiligen Einfluss äußert.
Man findet die Gemälde dieses Künstlers in den vorzüglich-
sten Gallerien, und auch Zeichnungen von Landschaften und Ma-
rinen bewahren die Kunstliebhaber von ihm. Seine radirten Blät-
ter sind in geringer Anzahl vorhanden und äußerst selten.
Landschaft mit einer Fähre,
Die Dorfansicht mit dem Reiter und zwei Hunden.
Die Dorfansicht mit einer Frau und einem Kinde im Vorder-
grund, wie sie der Hund anbellt.
Die Dorfansicht mit einer Kirche, alle in qu. 4.
Die zweiten neuen Abdrücke dieser Blätter sind: ohne Adresse
van Oortens.
Die Dorfansicht mit der Kirche und dem hölzernen Stege, über
welchen zwei Männer gehen, qu. 4.
Ansicht einer Stadtmauer mit Türmen und einer Windmühle;
vorne ein Kahn mit drei Fischern, radirt. H. 4 Z. 8 L., Br.
6 7.
Diese Ansicht hat H. Spilmann in größerem Formate gestochen,
mit der Unterschrift: Te Amsterdam by S. Cruys. S. v. Goyen
del. H. Spilmann sculp.
Im Museum zu Amsterdam ist ein leicht und geistreich radirtes
Blatt, Octogon in qu. fol., mit v. Goyen’s Monogramm und 1650,
vielleicht das einzige Exemplar, das existirt.
Es finden sich auch Zeichnungen von diesem Meister, mit
Kreide und Tusch gefertigt. Mehrere sind in Weigel’s Katalog von
Kunstsachen III. S. 110 verzeichnet, zu 3—4 Thlr. das Stück.
Darunter ist eine Capitalfolge aus dem Cabinet Frankenstein, wel-
che in 43 Blättern mit Titel die Monate in holländischen Dorf- und Flussansichten mit Figuren vorstellen. Sie tragen die Jahr- zahlen 1652 und 53, gr. qu. 8. Diese Folge ist bei Weigel auf 36 Thlr. gewertet.
Die Anzahl der Blätter, welche andere Künstler nach ihm ge- stochen haben, ist bedeutend. Nach ihm arbeiteten J. Bacheley, G. Norton, Weirotter, Vivares, J. v. Visscher, J. Gronsveldt, Spielmann, A. Coullet, etc. C. Moor hat sein Bildnis radirt.
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