Gonelli, Giovanni Francesco, Bildhauer, genannt der Blinde (Cieco) von Gambasso, seinem Geburtsorte; einem kleinen Flecken in der Nähe von Volterra . Er lernte die Anfangsgründe der Bild- hauerei unter der Leitung des Clarissimo Fancelfi und Pietro Tacca und machte so grosse Fortschritte, dass ihn der Herzog in seine Dienste nahm. Als die deutschen Truppen im J. 1630 Mantua mit Sturm eroberten, wurde Gonelli so sehr gemisshandelt, dass er 1632 sein Gesicht gänzlich verlor. Jetzt fing er an, in Wachs und Thon zu modellieren, indem er den Gegenstand, den er copieren wollte, mit den Händen befühlte. Er brachte es selbst so weit, dass er vortreffliche Büsten machen konnte und der Gegenstand der Bewunderung mehrerer Schriftsteller wurde. Da jedoch einige Ver- dacht hatten, dass er vielleicht noch etwas sehen könnte, so ließ sich der Herzog von Bracciano mit ihm in ein ganz dunkles Zim- mer einschliessen, wo Gonelli seine Büste meisterhaft verfertigte, und allen Zweiflern bewies, dass er sein Auge an der Fingerspitze habe. Wirklich ließ auch Hesselin, der das Portrait des Kunst- lers zu haben wünschte, ihn mit einem Auge am Finger malen. Gambasso lieferte unter andern Arbeiten auch eine schöne Büste des Papstes Urban VIII., des Königs von England , des erwähnten Hesselin und anderer vornehmen Personen. In der Galleria Gerini T. 11. tab. 18. findet man ein Portrait des Blinden von Gambasso, gemalt von Livio Maus.
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