Goez, Joseph Franz. — Göffrey

Goez, Joseph Franz. — Göffrey, Johann, 263

einem Illuminaten, der seinen Namen führte, aber zu dieser Zeit als Künstler zu Wien lebte, unglücklicher Weise verwechselt wur- de, genug, er erhielt bei der damals in Bayern eingetretenen Illumi- naten-Verfolgung 1791 unvermutet von der Regierung den Be- fehl, die Stadt München zu verlassen. In dem Bewusstsein seiner Unschuld gehorchte Goez nach einer eingereichten kurzen Verthei- digungsschrift, und begab sich nach Regensburg , wo er freund- liche Aufnahme und Schutz fand. Er betrat nie wieder München .

In Regensburg wollte der ehrwürdige Fürst Primas eine Kunstaka- demie errichten, zu deren Direktor F. v. Goez ernannt wurde; aber unglückliche Zeitverhältnisse und die Regierungsveränderung Regensburgs verhinderten die Ausführung dieses Plans. Jetzt fiel seine sonst so blühende Gesundheit auch zu schwinden an, und körperliche Leiden und bittere Erfahrungen zerstörten 1815 sein Leben.

Unter seine besten Arbeiten gehören: das Portrait des Frhrn. von Gleichen, welches eine überraschende Ähnlichkeit hat, ob- gleich es der Künstler bloß aus der Erinnerung malte; König Lear im Wahnsinn, in Öl gemalt; Sammlung ländlicher charakteristi- scher Scenen, vorzüglich wie man sie in Bayern sieht. Diese in Gouache ausgeführte Sammlung kam in den Besitz des Lord Wal- pole. Die Nothzucht, zwei Gouache-Gemälde, von ergreifender

Wirkung, ohne das sittliche Gefühl im Mindesten zu beleidigen. Beide blieben in Regensburg. Ein vorzüglicher Kunstprodukt ist ebenfalls die oben angeführte Szene des Todes der Königin aus Hamlet. (Siehe hierüber Nikolai’s Reisen. 8ter Bd. 1781.)

In der Gouache-Malerei hatte Goez eine vorzügliche Stärke. Durch eine ihm eigene Behandlung der Farben wusste er, beson- ders bei Landschaften, überraschende Effekte hervorzubringen. Viele dieser Blätter sind ungemein lieblich und zart; nur schade, dass so viele seiner besten Arbeiten unvollendet geblieben sind. Der Künstler hinterließ Tausende von Ideen und Skizzen, Kunst- blatt 1816 A. Krämer.

Von seinen Blättern erwähnen wir noch:

Gustav III. von Schweden, 1783.

Cosciusko, punktiert und farbig. Erster Versuch in Punktiertem

Sechs Scenen zu A. C. Kayser’s Lektüre für Stunden der Musse,

Denkmal auf den Tod Heinrich Adolph’s von Dittmer.

Drei Ansichten von Donaustauf.

Eine Familienszene bei der Nachricht von der Ankunft der Fran- zosen in Regensburg, in größerem Formate, als die obigen.

Zwei kleine Blätter: Trinkt nun ihr die Milch etc.; Leben sie wohl edler Freund.

Ein Gefangener, den man befreit.

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