Goethe, Wolfgang von, der gefeiertste Name der deutschen Literatur, der aber auch in der Kunstgeschichte eine Stelle findet. Der Legationsrath Moriz zu Frankfurt am Main unterrichtete ihn in den Elementen der Zeichenkunst , die der Jüngling mit Liebe, übte, nach künstlerischen Vorbildern und nach der Natur. Von seiner Vaterstadt Frankfurt begab sich Goethe auf die Universität Leipzig und hier setzte er auch seine Kunststudien fort. Er wohnte mit dem Kupferstecher Stock in einem Hause, und jetzt verlegte er sich auf die Aetzkunst. Aus jener Zeit stammen verschiedene Landschaften nach Thiele und Andern, und auch in der Formschneidekunst versuchte er sich. Er fertigte verschiedene kleine Druckerstöcke nach französischen Mustern.
Man kennt von Göthe zwei kleine Landschaften mit Wasserfällen, von Gebüsch umschlossen: Peint par A. Thiele, grave par Goethe. Das eine hat der junge Kunstliebhaber seinem Va- ter gewidmet, das andere dem Dr. Herrmann. Diese Blätter sind selten, und in Bezug auf künstlerische Behandlung nicht unbedeutend. Göthe fertigte sie und im folgenden Jahre verließ er Leipzig.
Eine andere Landschaft zeigt ein altes Thor und eine verfallene Stadtmauer, und auch eine Scheuer mit lustigen Bauernauf- tritten stellte er dar. Dieser beiden Blätter erwähnt Hüsgen.
Nagler’s Künstler-Lex. V. Bd. © 17
‚Göthe’s Jugendgenosse, in den Nachrichten von Frankfurter Künstlern und Gelehrten, 1780.‘
Schwerdtgeburt gab nach seinen Handzeichnungen sechs Blätter in 4. heraus. Die Verse des Dichters liefern auf dem Um- schlag den Commentar. Holdermann und Liebe sind als diejenigen genannt, welche die Blätter radirten. In der spätern Zeit konnte sich Göthe mit künstlerischen Versuchen wenig mehr abgeben, doch widmete er in seinen Schriften der Kunst reiche Kapitel. Wir erin- nern nur an seine Propyläen, an das Leben Benvenuto Cellini’s, der uns durch Göthe erst recht lieb geworden; an die Schrift: Win- kelmann und sein Jahrhundert; an die gehaltvolle Zeitschrift: Kunst und Alterthum u. s. w. Goethe und Schlegel gaben in der deutschen Kunstwelt so manche Anregung zum Bessern,
Der Tod ereilte ihn 1832 in Weimar, nachdem er 82 Jahre und darüber ein glückliches Leben genossen, so wie es wenig Dichtern beschieden. Er war von seinem Fürsten als Freund behandelt, und bekannt ist es, wie ihn Andere geehrt. Der kunstsinnige König Ludwig von Bayern zierte den Altmeister kurze Zeit vor dessen Ab- leben noch mit dem Civilverdienstorden seiner Krone.
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