Gmelin, Friedrich Wilhelm

Gmelin, Friedrich Wilhelm, Kupferstecher , geb. zu Badenweiler im Breisgau 1745, gest. zu Rom 1821. Da seine Eltern das anstrebbende Talent zur landschaftlichen Darstellung erkannten, sorgten sie für dessen Entwicklung, und brachten ihn in die Kunstschule zu Christian von Mechel in Basel , die übrigens nur den Namen einer Offizin verdient. Während seiner zehnjährigen Lehrzeit stach er durch Architektur , Portrait , Landschaft u. s. w. und gewann dadurch wenigstens eine große Fertigkeit in der Handhabung seines Instrumentes. In der Bat. findet sich schon in einigen seiner früheren Blätter, z. B. in den Rheinansichten nach Lecomte und Schalch, die Grundlage des festen und reinen Grabstichels, wodurch seine späteren Arbeiten sich so vortheilhaft auszeichnen. Im Jahre 1788 ging er nach Rom und bald nach seiner Ankunft dagegen erhielt er eine Einladung von Philipp Hackert nach Neapel , um seine Veduten zu stechen, die damals viel gekauft und schnell vergessen wurden. Er folgte der Auforderung, kehrte jedoch im Jahre 1790 wieder nach Rom zurück, mit dem entscheidenden Vorsatze sich künftighin bloß an die Natur zu halten, und das eigene Talent geltend zu machen. Er verfertigte viele Zeichnungen, die von poetischem Gefühl und von einer äußerst glücklichen Auffassungsgabe zeugen. Gewöhnlich arbeitete er sie in Sepia aus, und machte erst spät — nicht ganz glückliche Versuche im Coloriren. Seine Blätter aber verdienen hohe Achtung und der grosse Absatz, den sie gefunden, beweist die warme Teilnahme der Kunstfreunde an diesen Arbeiten.

Seine in Rom verfertigten Blätter sind:

Sechs Landschaften, nach Hackert, und Gessner’s Denkmal auf dem Schützenplatz zu Zürich, nach Wüest, 1700.

Zwei Ansichten von den kleinen Wasserfällen aus der Villa des Mäcen zu Tivoli, 1792.

Der Fall des Velino bei Terni und der Fall des Anio in Tivoli mit der Grotte des Neptun; überhöht, 1792. Es gibt Abdrücke mit unvollendeter Schrift.

Zwei Ansichten im Innern des Palastes des Mäcen, 1706. Die ersten Abdrücke sind mit unvollendeter Schrift.

Das Mare morto bei Neapel und der Albanersee, beide in sehr großem Formate, 1708. Es gibt auch Abdrücke mit unvoll- endeter Schrift und dem Wappen, und solche vor der De- dication.

In diese Periode fällt die Revolution in Rom. Gmelin verließ daher diese Stadt, kam nach Deutschland und kopierte in Dresden die zwei Claude, die er nach seiner Rückkehr zu Rom 1801 heraus- gab.

je Mühle (il molino) des Claude Lorrain, im Palaste Doria, ein Blatt, welches er selbst für sein Capitalblatt gehalten; Andere wollen aber den oben erwähnten Albaner vorziehen,

Der Tempel der Venus, nach Claude, im Palaste Colonna; 1806. Diese beiden Blätter sind in den ersten Abdrücken selten.

Vier Blätter zu Humboldt’s Reisen, 1807.

Zwei Blätter Ansichten von den Wasserfällen zu Tivoli, in gleich- großem Formate wie die Claudes, 1808. Es gibt davon Ab- drücke mit vollendeter und unvollendeter Schrift.

Sechs kleine Blätter Ansichten von Tivoli, 1800.

Sechs ähnliche Ansichten von Frascati, 1811.

Zwei große Blätter nach C. Poussin: die Gräber und der Sturm, 1814. (I sepolcri del Poussino — il temporale del Poussino.)

Rinaldo und Armida, nach C. Poussin, eine gute genügende Nachbildung des trefflichen Originals im Palaste Corsini, 1817.

Vierundzwanzig Blätter zu der von der Herzogin von Devon- shire veranstalteten neuen Prachtausgabe der bekannten Über- setzung der Aeneis von A. Caro. Die Prospekte sind nach den Zeichnungen vorzüglicher Künstler und alle zu rühmen. Die Arbeit ist zart und fleißig, die Lüfte sind leicht und hell, die Mittelgründe harmonisch, die nächsten Gegenstände kräftig, sehr ausführlich, bestimmt und mannichfaltig, in Form und Charakter abwechselnd. Kosten auf Colomb. Papier 150 fl. auf Halbcolomb. 110 fl. und zwar in ersten Abdrücken.

Die letzte Arbeit des Künstlers ist die Ansicht des Tempels von Dekkeh in Gau’s Denkmäler von Nubien.

Die Flucht nach Ägypten, nach C. Lorrains Bild in der Dresd- ner Galerie.

Acis und Galathea, nach demselben und für dieselbe Galerie.

Einige dieser Blätter sind in Göthe’s Kunst und Alterthum II. 2. S. 171. I, 3. S. 173 angezeigt, und auch im Freimüthigen 1805.

Nro. 1, in Göthe’s Winckelmann S. 243 und 50, im Journal für bildende Künste S. 61; bei Füssly, Rost und Meusel wird einzel- ner Blätter dieses Künstlers gedacht. Ausführlich wird im Kunst- blatte von Dr. Schorn seiner gedacht.

Dazu verzeichnen wir noch von früheren Blättern Gmelin’s:

Das Bildnis des Archivars J. Schmidt, nach Urlaub. 4. Joseph II., Brustbild, nach J. Hickel; fol.

Erzherzog Maximilian von Köln, nach demselben und Gegen- stück.

Die Solitude zu Arlesheim bei Basel, 6 Bl. in 4., colorirt und in

ster,

Gnaeus: — Gobert, Pierre. 245 Die kleine Insel. Altstadt auf dem Lücernerser: mit dem Dukmul‘ ’ C ‘\der, ersten: Stifter heivetischer Freiheif; qr. fal.., . Fih_1t‘ schöne Landschaften, in qu, fol.: Wag.Ansicht von Feren- tino, die Ansicht. der Ports sanguinarigt Agelbst, .der Eingang in die alte Citadelle! von Ferentino, Ansicht von. Alatri, das Testament des Rulus Quintilius. \ ; ; ;

‘ \ ' z ‘ Gnaeus, (TNA10C), Edelsteinschneider, dessen Namen sich auf meh- reren Gemmen. findet: auf einem Steine mit dem Kopfe des jungen ' Herkules Mus, florent II. tab. VII. Nro 2; auf einem Saphir aus dem Cabinet Strozzi, copirt für die Dactyliotheca Smithiana I. 23 ; auf einem schwarzen Achat mit dem Diomedes auf dem Altare, wie er das Palladium hält, im Cabinet des Herzogs von Devonshire; auf (INAIOT) . einem Hiacinth mit einem; Athieten, der sich mit
Oel einreibet und welcher aus der Sammlung des Baron Stosch in jene des Lord Duncannon kam, sehr schön gestochen von J. A. Schweikart und auch von Venuti‘bekannt gemacht. Den Namen Gunaeus liest man auch auf einem antiken Steine mit. dem Kopfe der Juno lanucina mit einem Ziegenfelle auf dem Kopfe, sin Werk, dessen auch Winckelmann erwähnt, aber nach Th. v. Murr Biblioth. Glyptogr. p. 50 irrig als Theseus. Der Holländer Rendorp erwarb dieses Stück, Der Kaufmann Belisar Amidei in Rom war der erste Besitzer, aber nur dieser liess durch A. Pichler den Namen' INAIOT auf den Stein setzen, der nach Murr’s Behauptung als Arbeit dieses alten Meisters zu gering iet. Bracci hat ihn für sein Werk stechen lassen. S, auch Natter Nro. 25. ‚Dieser Artikel macht jenen unter „Cnejus‘ überflüssig.

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