Glauber, Johann

Glauber, Johann, Landschaftsmaler und Kupferstecher , genannt Polidor, war ein Deutscher von Abkunft, wurde aber in Utrecht geboren. Sein Vater wollte ihn nicht zum Künstler erziehen und so war er in den Anfangsgründen der Kunst sein eigener Lehrer, bis er endlich bei N. Berghem regelmäßigen Unterricht erhielt. Die Fortschritte, welche er hier machte, waren bedeutend, doch bald erfüllte ihn die Sehnsucht nach Italien, wo sich seinem Auge schönere Formen darboten, als Berghem sie ihm zu zeigen vermochte, wie denn überhaupt sein Sinn für Schönheit der Natur in hohem Grade ausgebildet war. Im Jahr 1671 ging er mit seinem siebzehnjährigen Bruder Johann Gottlieb nach Paris , wo er bei dem Blumenmaler Picart ein Jahr verweilte; hierauf malte er zwei Jahre bei A. van der Cabel in Lyon , und endlich konnte er Italien schauen, wo er mit Eifer die landschaftliche Natur studierte. Er hielt sich zwei Jahre in Rom auf, wo ihm die Schilderbent den Beinamen Polidor gab; hierauf ging er nach Padua , und auch in Venedig blieb er zwei Jahre, überall mit seiner Ausbildung beschäftigt. Endlich kam er wieder in Hamburg an, wo man ihm

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mit Beifall. Trottete; er verließ aber 1684 diese Städte wieder, um sich

in Amsterdam niederzulassen. Hier malte er viele seiner schönsten Landschaften, die Lairesse mit Figuren staffirte. Die Anzahl seiner

Gemälde ist bedeutend, denn die Kunstfreunde verfolgen sie eifrig.

Auch lebte Glauber ein langes Leben bis

Glauber ist einer der besten holländischen Landschaftsmaler, aus allen seinen Bildern aber leuchtet das sorgfältigste Studium der italienischen Natur und Weise hervor. Seine Farbe ist trefflich, warm und wahr, und Alles von zarter Vollendung. Ein Verzeichnis seiner Bilder gibt Lairesse.

Eine besondere Ahnlichkeit verdienen auch seine radirten Blätter, welche geschmackvolle, leichte Zeichnungen nachahmen, fern von malerischem Helldunkel. Sie sind mit breiter und verständiger Nadel ausgeführt, die gerade auf keine grosse Virtuosität Auspruch macht.

Bartsch P.gr. V, 388 f. beschreibt 26 Blätter von Glauber, darunter ist aber keines nach Berghem, denn er hat nie solche heraus- gegeben, wie Basan und Andere nach ihm behaupten.

Ansichten der grossen Carthause in der Dauphine, eine Folge von sechs unnumerirten Blättern, von denen vier in die Breite, zwei in die Höhe gehen. H. 8 Z. 2 L., Br. 11 Z. 0 — 10 L., Sie sind mit Glauber’s Namen bezeichnet.

Eine Folge von 12 unnumerirten Landschaften. H. 8 Z. 5—60 L.,

Sie haben folgende Staffagen:

Die Frau mit der umgestürzten Vase zu den Füßen.

Die sitzende Frau, welche mit einem Manne spricht.

Das Opfer des Pan,

Der Mann mit dem Stocke neben einem andern sitzend.

Die Frau am Wasser mit zwei andern sprechend.

Die junge Frau und im Grunde ein ruinirtes Piedestal,

Zwei Männer vor einem Alten stehend.

Der Mann, welcher am Wege zu einer Frau spricht, links ein Sarkophag.

Der eilende Mann im wehenden Kleide.

Die zwei Weiber am Wasser, mit denen eine dritte spricht; vorne hält eine vierte die Füße ins Wasser, Schönes Blatt.

Der Hirt mit dem Lamme,

Der Sturm, der sich in den Bäumen und in den wehenden Kleidern der Figuren äußert.

Die drei Frauen in der Barke, im Grunde Berge und Baumpar-

Alle diese Blätter sind nach Glauber’s Erfindung,

Sechs verschiedene Landschaften nach C. Poussin’s Zeichnungen,

H. 10 2 4 — 6 L., Br. 13 Z. 11 L.— 14 Z.

Es gibt davon numerirte und nicht numerirte Abdrücke.

Landschaft mit einem sterilen Berge, und im Vorgrunde ein Mann auf dem Bauche neben einem andern. In den zweiten Ab- drücken ist der Vorgrund mit doppelten Strichlagen beschattet.

Weite Fernsicht, links im Grunde ein Hirte mit der Heerde, vorn zwei Männer mit Stöcken,

In den ersten Abdrücken ist der Schatten des Hauses und des Wassers links mit einfachen Strichlagen bewirkt, in den zwei- ten mit Kreuzstrichen,

Die Partie links im Vorgrunde ist im ersten Drucke hell, im zweiten beschattet.

Die Landschaft mit dem Flusse, der drei Wasserfälle bildet.

Die Landschaft mit Aktäon und den Nymphen der Diana,

Waldige Landschaft, gegen den Vorgrund der Hirte mit dem Stocke, der die Schafe an den Fluss treibt. Molo pinxit, J. Glauber sc. H. 9 Z. 5 L., Br. 13 Z. 8 L.

Eine arkadische Landschaft, in gr. qu. fol, von welcher es im Catalog des Cabinets des Grafen Renesse - Breidbach S. 61 heisst, dass sie im Bartsch nicht enthalten sei.

Glauber hat auch 30 historische Blätter nach Lairesse gefertigt, ebenfalls mit leichter Nadel.

Sarah führt dem Abraham die Hagar vor, gr. qu. fol.

Die Geburt und die Taufe Christi, gr. qu. fol.

Fatum Romanorum; Fatum Assyriorum; Fatum Graecorum; Fatum Persarum, rund, fol.

Abisag vor David, gr. qu. fol. etc.

Das Werk des J. Glauber ist gewöhnlich mit einer Folge von 40 Blättern des A. van der Laar begleitet, unter dem Titel:

„Veertig Stuks Landschappen, etc. alle bis auf zwei nach Glauber gelertiget, im Geiste der Urbilder.

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