Glantschnig war der Sohn eines Gärbermeisters, der 1671 nach Botzen übersiedelte. Er kam also schon als Knabe dahin und ward deshalb in der Folge für einen gebornen Botzner gehalten; selbst das Rathsgrotokoll dieser Stadt von 1686 sieht ihn dafür an. Er lernte die Malerei bei einem gewissen Deutenhofer, kam dann zu seiner Ausbildung nach Venedig zu Heinrich Frisch und Joh. Karl Loth, und ward des Letztern geschätztester Schüler. Er durchreiste in der Folge Italien , hielt sich später einige Zeit in der Schweiz und dann zu München auf und etablirte sich im Jahre 1680 zu Botzen, wo er, vom Magistrat als Einwohner und Maler aufgenommen, bis zu seinem Tode geblieben ist. Darum findet man seine Gemälde am zahlreichsten eben zu Botzen, wo sein Name auch unter dem gemeinen Volke noch so berühmt ist, dass ein Gemälde von Landschneck und ein sehr gutes Gemälde beinahe gleichbedeutende Wörter sind. In der That selbst sind die Gemälde, welche für Glantschnig’s Arbeiten ausgegeben werden, von sehr ungleichem Gehalte; neben wahrhaft vortrefflichen Stücken finden sich andere, die sich kaum über die Mittelmäßigkeit zu erheben scheinen. Die Ursachen dieses Unterschiedes sind diese: Einige sind Arbeiten seiner Jugend, in der er seine volle Ausbildung noch nicht erreicht hatte, und man bemerkt, dass seine besten Stücke fast alle erst nach dem Anfange des 18. Jahrhunderts gemalt sind. Dann wuchsen seine beiden Söhne heran, die er in der Malerei unterrichtete, und viele Stücke, die nun ihm zugeschrieben werden, sind gewöhnlich Copien von seinen Söhnen, deren einige er etwa da und dort verbessert haben mag.
Sein Ruhm fing zu Ende des 17. Jahrhunderts an sich auszubreiten. Vielen und guten Absatz fand er mit seinen Gemälden nach Italien, besonders aber nach der Schweiz. Dadurch ward auch der Stadtmagistrat zu Botzen 1680 zu dem Beschlusse veranlasst, von Ulrich Glantschnig zwei historische Gemälde in die Rathsstube machen zu lassen. Aber dieser Beschluss scheint nicht zur Ausführung gekommen zu sein; die Rathsstube enthält ein einziges Stück von diesem Künstler, Jesus, der in der Wüste 5000 speist.
Die meisten seiner Gemälde sind historisch, aus der Religionsgeschichte, manche auch ländliche Gesellschaftsstücke grotesken Inhalts, nach dem Geschmacke der holländischen Schule, doch nur in größeren Figuren, Porträts, bloß als solche gemalt, sind von ihm selten, dagegen gibt es wenige historische Gemälde von Glantschnig, auf denen nicht ein oder mehrere Porträts wären. Auch sein eigenes Portrait brachte er oft an. Einst war er zu der feier-
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