Glantschnig, Ulrich

Glantschnig, Ulrich,

lichen Hochzeit eines reichen Botzners, eines H. v. Mayrl, gela- den; darauf malte er die Hochzeit zu Kana in Galiläa , ein gros- ses Stück, das 20 Schuh lang und 9 Schuh hoch ist. Alle Rüpfe der Hochzeitgäste sind Portraite von jenen Gästen, die auf der Hochzeit waren. Dieses Stück, eines seiner vorzüglichsten, befin-

det sich in der Prälatur Neustift bei Brixen. Im Speisesaal des

aufgelösten Dominikanerklosters zu Botzen war ein geschätztes Stück

von Handschneck, das eine Scene aus dem Leben des heil. Vincenz

vorstellte. Auch hier hatte er sein eigenes Portrait und das eines

Botzner Bürgers, der das Gemälde hatte machen lassen, angebracht.

Im Jahre 1712 malte er das Hochaltarblatt der Franziskanerkirche

zu Botzen, das die Legende von den Wundmalen des heil. Franz

von Assisi vorstellt, auch eines seiner vorzüglichsten Stücke, an

der Künstler habe ihn als Portrait eines dummen Kritikers gemalt, —

dem besonders die Figur des Heiligen geschätzt wird. Von dem

in diesem Blatte auf einem Baume sitzenden Gimpel geht die Sage,

der das Gemälde auf einer Seite gar zu leer fand. Man erzählt

auch von Glantschnig, er habe während seines Sommeraufenthaltes

auf den Gebirgen bei Botzen und andern Orten die sprechendsten

Physiognomien der dortigen Bauern copirt und darnach dann seine

Apostel gemalt. Apostel von Glantschnig besitzt (1808) der H. v.

Egger zu Innsbruck . Auch jene, die in dem Gebäude des aufgelösten

Domstifts zu Hall sich noch befinden, werden ihm zugeschrieben.

In der Pfarrkirche zu Botzen finden sich von diesem Meister

drei Altarblätter, von denen das erste, die drei Weisen aus dem

Morgenlande, für sein Meisterstück gehalten wird, Richtige Zeichnung

und Wahrheit des Ausdrucks und des Colorits, die Haupteigenschaften

der Gemälde dieses Meisters, zeichnen es vor andern aus.

Auch das Altarblatt der heilige Catharina ist eine vorzügliche

Zierde dieser Kirche. Das dritte Blatt ist das des St. Floriansaltares.

Von Glantschnig sind ferner die Altarblätter in der heil. Grab-

kirche zu Botzen, in der Kaplaheikirche zu Azwang, Christus am

Kreuze, und in der Maria-Schnee-Kapelle zu Oberbotzen, eine

schöne Madonna. Zu Innsbruck sieht man in der Spitalkirche

die Heil. Anna und Joachim. Zu Rorschach in der Schweiz malte

er 1721 (wie die Unterschrift zeigt) den heil. Anton von Padua

als Wunderthäter. Zu den Figuren dieses sehr schönen Gemäldes

wählte Glantschnig lauter Portraite damals lebender Bürger, ‚wel-

che, laut Tradition, zum Sprechen getroffen seyn sollen.

Als der Magistrat von Botzen mit dem Venetianischen Maler La-

zaro Lazarini wegen des Hochaltarblattes der dortigen Pfarrkirche,

die Himmeltahrt Mariä vorstellend, in Unterhandlung stand, und

dieser Künstler eine sehr beträchtliche Summe foderte, sagte Glant-

schnig mit dem Gefühle des Correggio: Lazarini ist ein braver Ma-

ler; aber auch ich kann malen, — und er erbot sich, für die näm-

liche Summe Geldes sieben Altarblätter zu malen, so dass auf je-

des Hauptfest Mariens ein anderes Blatt vorgeschoben werden

könnte. Allein der Botzner Maler musste zurückstehen, wie wohl

er den Ausländer siebenfach überboten hatte. Immerhin erhielt

der Magistrat von Lazarini ein sehr schönes Gemälde.

Staffeleistücke mit Darstellungen aus der Religionsgeschichte fin-

den sich zu Botzen, Rorschach und in vielen andern Orten sehr

viele. Mehrere schöne Stücke sind im Besitz der Herren von

Mayrl zu Botzen, im Stifte Neustift u. s. w.

Seine ländlichen Gesellschaftsstücke zeigen seine Figuren gewöhn-

lich in der Tiroler-Nationaltracht, und beweisen zugleich seine

Stärke in den verschiedenen Gegenständen; einige sind vorzüglich.

Viele dieser Stücke finden sich zu Botzen und Rorschach und an
andern Orten.

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