Girardet, Jean

Girardet, Jean, Maler, geb. zu Lüneville 1700, gest. zu Nancy 1778. Er war anfangs zum Geistlichen bestimmt, blieb aber nicht im Collegium, und auch die Jurisprudenz liess er wieder fahren, als ihm ein er Soldatenstand besser gefiel. Doch bald nahm er sei- nen Abschied und jetzt erkannte er seine Bestimmung zum Künst- ler. Er studierte unter Leitung des Professors Claude Charles zu Nancy Zeichenkunst und Malerei mit einem Eifer, der nie erkal- tete. Hierauf reiste er nach Italien , wo er acht Jahre dem Studium der grossen Meister oblag, und nach seiner Rückkehr ertheilte ihm Franz III. von Lothringen mehrere Aufträge, deren Erledigung seinen Ruf begründete. Bei der Vereinigung Loth-

Ringens mit Frankreich ging er mit seinem Beschützer nach Flo- renz, und hier führte er in der großen Gallerie mehrere Gemälde in Fresco aus. Die Vaterlandsliebe zog ihn wieder aus Italien fort, und jetzt wurde er Hofmaler des Königs Stanislaus, der ihm fort- während Beweise seiner Achtung gab. Im Jahre 1762 malte er zu Stuttgart einen Salon der Residenz aus; aber die bedeutendste An- zahl seiner Werke findet man in Lothringen, denn er war sehr arbeitsam. In diesem Lande sind wenige Städte ohne ein Gemälde von Girardet. Für sein Meisterstück galt die Abnehmung vom Kreuze, die in einer der Kirchen von Nancy aufgestellt war. Die Preise seiner Gemälde hielt er geringe, und doch wollten ihm die

Canoniker von Verdun für das Gemälde der Ankündigung des En- gels den bedingten Lohn von 300 Fr. nicht bezahlen. Entrüstet darüber übertrug er die Entscheidung der k. Akademie. Diese verurteilte die geistlichen Herren zum Doppelten und überschickte zugleich dem Künstler das Aufnahmeprof.

Girardet hinterließ auch eine grosse Anzahl von Zeichnungen, die er sorgfältig ausführte;

Der Maler ergraud zu Lüneville brachte nach seinem Tode ein Portefeuille von solchen an sich. Dieses ist jener Girardet, von welchem Füssly im Supplemente sagt, dass Desrochers nach ihm das Bildnis der Prinzessin Anna Charlotte von Lothringen und Lothringens des Königs Stanislaus gestochen hat.

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