Giotto di Bondone. — Giovanelli, Bonaventura

Giotto di Bondone. — Giovanelli, Bonaventura, 203

Im Jahre 1334 wurde Giotto mit dem Baue des Glockenthurmes beauftragt, mit dem Bedeuten, er solle ein so herrliches Werk auf- führen, dessengleichen weder die Griechen noch Römer besessen. Diesen reichen, schlanken und edlen Bau, wie ihn Giotto entwor- fen und zu bauen angefangen, hat Tadd&io nach des Meisters Zeichnung zu Ende gebracht. Der bildnerische Schmuck zeugt von der reichen Phantasie des Künstlers. Wohlerhalten sind noch in den un- tern drei Abteilungen 54 Reliefs und 16 Statuen, eine Reihenfolge von Bildern, die ein sinnreiches Gedicht geben. Den Eingang des Ganzen bildet in zwei Reliefs die Schöpfung der ersten Menschen und dann folgt, als Folge des Sündenfalls, ihr Broderwerb im

Schweisse ihres Angesichtes. Und so sieht man Felder auf Felder mit sinnigen Bildern, biblischen Inhalts und solche des geselligen und wissenschaftlichen Verkehrs der Menschen, die Künste im Vereine,

Ob er auch die 16 colossalen Statuen angegeben, ist wohl nicht zu bestimmen. Näher beschreibt dieses prächtige Werk Dr. Förster in bezeichneten Buche S. 456. Dieser Schriftsteller widmete dem Giotto di Bondone mit Simone di Martini eine eigene Abhand- lung. Reiche Bemerkungen über Giotto sind in H. v. Rumohr’s italienischen Forschungen zu lesen. Auch Domherr Speth in sei- nem Werk: Kunst in Italien , und v. d. Hagen in den Briefen in die Heimath, und im Kunstblatte von Dr. Schorn finden sich viele Notizen über diesen Künstler. Ferner in der neuesten Beschreibung Rom’s von Bunsen, Platner und Gerhard. Mit zu großem Enthusiasmus schrieb ein geachteter Künstler seine Ansichten über die oscana nieder, die 1820 erschienen und im Kunstblatt 1821 S. 125 angezeigt sind. Ferner sind als Quellen zu nennen: die Geschichte der Malerei in Italien, von Lanzi, wovon wir eine deutsche Übersetzung mit Bemerkungen von Quandt haben, Dr. Kugler’s Museum und dessen Geschichte der Malerei, Fiorillo’s Werk desselben Inhalts, Cicognara’s Storia della scultura und in mehreren anderen Schriften wird seiner mit mehr oder weniger Sicherheit erwähnt. Unter den ältern Werken ist jenes des Lorenz Ghiberti zu nennen, von welchem wir im Artikel dieses Künstlers Erwähnung gemacht haben. Ghiberti ist zuverlässiger als Vasari, obgleich auch dieser öfter unbestimmtheit ausgesprochen. Vasari’s Vite de pittori etc. sind ebenfalls ins Deutsche übersetzt mit Anmerkungen von Dr. Schorn, doch ist bisher nur der erste Band erschienen. Abbildungen von Gemälden Giotto’s geben die Kupferwerke von Lasinio und Riepenhausen. Ersterer publizirte Frescogemälde alter Florentiner und jene des Campo santo zu Pisa, und letzterer gab eine Kunstgeschichte in Bildern heraus. Selten ist die Folge von Th. Patch.

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