Giolfino, Nicola

Giolfino, Nicola, Maler von Verona , daher Nicolo Veronensis

genannt; auch den Beinamen Ursino scheint er gehabt zu ha-

ben, wie ihn Vasari nennt. Er war vielleicht der Sohn eines Paolo Giolfino, der sich als Frescomaler Ruhm erwarb, und auch er selbst ist ein Künstler von Bedeutung, nur sind seine Werke sehr selten. Seinen Meister kennt man nicht, Lanzi glaubt

jedoch, dass dieser ein Miniaturmaler gewesen, und daher gerie-

then auch dem Giolfino oder Golfino, wie ihn Ridolfi nennt, klei-

nere Bilder besser, als grosse. Er malte in der Kapelle St. Fran-

cesco der Kirche des heil. Bernardino zu Verona das Leben des

heil. Franz a Fresco, wo er an Pinturicchio erinnert. Diese

Kapelle wurde von der Familie Peres zum Begräbnisorte be-

stimmt. Von Nicolo ist auch die Altartafel der Kreuzkapelle, welche

in der Mitte der sechs Felder den vom Kreuze abgenommenen

Leichnam des Erlösers vorstellt. Dieses interessante Gemälde trägt

den Namen des Künstlers. Zeichnung und Anordnung sind im

strengen Stil gehalten, im Charakter der Quattrocentisten, in

deren Werken etwas Starres im Ausdruck, Härte in den Umrissen

und Schärfe in der Formenbezeichnung herrscht. In der Färbung

ist Giolfino ziemlich naturgetreu, harmonisch, aber nach Lanzi’s

Urteil, nicht so kräftig, als man es wünschen könnte. Indessen ist

er in dem bezeichneten Altarblatte auch hierin zu loben. Pozzo

verzeichnet in dem Werke: Vite degli pittori etc. Veronesi p. 58

noch andere Gemälde von der Hand dieses Künstlers in Verona;

ein solches del Spirito Santo in St. Anastasia, die Tafel des heil.

Erasmus am Altare des Grafen Faelli in derselben Kirche, die

Fresken der Kapelle des Sakraments in S. M. in Organo. Auch

Fassaden der Häuser scheint er gemalt zu haben; wenigstens war

sein eigenes auf solche Weise verziert.

In Deutschland sind seine Werke sehr selten. Im k. Museum

zu Berlin ist jedoch eine auf Wolken thronende Madonna mit dem

Kinde auf dem Schoß. Den Wolkenthron stützt der Glaube,

unter der Gestalt eines jungen Mädchens, und ein ähnliches, die Hoff-

nung, fleht zur Mutter empor, während die Liebe mit dem brennenden

Herzen mit der Rechten auf Maria deutet. Unten stehen zu den

Seiten Jakobus minor, und der Evangelist Johannes. Zwischen

beiden ist das Bildnis des Stifters und im Hintergrunde Landschaft.

Das Bild ist auf Leinwand gemalt und 7 Fuss und 4 Zoll hoch.

Giolfino bezeichnete einige seiner Werke mit einem Monogramme

und eines ähnlichen, das mit: Nicolo Veronensis Inventor gedeutet

werden könnte, erwähnt Christ, der es aber mit: Inventor Vicus

erklärt. Es soll sich auf alten Kupferstichen finden, die daher

wohl nach Giolfino gefernt sein könnten.

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