Gimignano, Giacinto da, Maler und Kupferstecher von Pistoja, geb. 1611, gest. 1681. Er bildete sich zu Rom in Poussin’s Schule, und hierauf ging er zu Pietro da Cortona über, den er im Color- rite und im Geschmacke der Bauwerke nachahmte; er befolgte aber stets Poussin’s Grundsätze in der Zeichnung. Gimignano malte vie- le in Fresco, und Proben dieser Art sind in Rom, neben andern im Lateran; zu Florenz im Palast Niccolini und anderwärts. Oft- er eiferte er auch dem Guercino nach,
Man hat von seiner Hand 27 malerische Blätter, die mit zierli- cher Nadel gefertigt sind. Sie werden sehr gesucht, da sie, ob- wohl nicht vom besten Geschmacke in der Zeichnung, das große Vermögen des Künstlers darlegen. Die erwähnten Blätter be- schreibt Bartsch P.gr. XX, p. 107 ff., und dieser Schriftsteller glaubt, dass die Sammlung complet sei, denn er meint, jenes Blatt mit Herkules, dem Neid und der Gelegenheit, von 1672, das in Füssly’s Supplement zum Künstler-Lexicon erwähnt wird, sei nicht Gimignani’s Werk. Indessen ist in der k. Kupferstich-Sammlung zu München noch ein Blatt, welches das Glück vorstellt, wie es die Unwissenheit begünstigt und das Verdienst zurückweist, be- zeichnet: Hyacinthus Gimignanus Pistoia Pinxit 1762, H. 140 Z., Br. 14 Z. 2 L. Das von Füssly bezeichnete Blatt kommt noch in keinem Cataloge vor, und daher könnte es eine Verwech- slung mit dem erwähnten sein.
Das Jesuskind in der Krippe, wie selbes Maria betrachtet, wäh- rend sich rechts St. Joseph auf den Stock stützt. Mit dem vollen Namen des Künstlers und der Jahrzahl 1672. H. 8 Z.
Die Ruhe in Ägypten. Ein Engel reicht dem Kinde Früchte, und im Grunde beredet Joseph die Schiffer zur Überfahrt. Ohne Zeichen, Achteckig. H. und Br. 8 Z. 3 L.
St. Augustin von Engelhausen umgeben, am Tische mit mehreren Bü- chern. Rechts oben erscheint die heil. Jungfrau, 1648. H. 11 Z. 9 L., Br. 8 Z. 9 L.
St. Dominicus auf den Knieen vor der heil. Jungfrau, wie er den Rosenkranz empfängt, oben sind Cherubim, 1640. H. 31 Z.
St. Felix mit dem Jesuskind vor der heil. Jungfrau auf Wol- ken, die Engel in Anbetung, 1649. H. 12 Z., Br. 9 Z. Es gibt auch Abdrücke mit M. Giudici’s Adresse, wovon Bartsch nichts wusste.
Der heil. Ignaz von Loyola empfängt mit gekreuzten Händen den Segen des Jesuskindes, welches vor der auf Wolken sit- zenden Mutter steht. Auch Joseph sitzt auf der Wolke, oben beten Engel an; 1649. H. 12 Z., Br. 9 Z. 2 L.
St. Sebastian auf einer Art von Bett, zwischen zwei Frauen, von denen ihm die eine den Pfeil aus dem Leibe zieht, während die andere die Wunde zu waschen im Begriff steht. Aus dem Thore kommt ein Alter mit einem Jüngling und oben sind drei Engel mit der Marterkrone, 1640. H. 16 Z., Br. 12 Z.
12 numerirte Blätter mit Kinderspielen. Das Titelblatt zeigt drei Kinder mit dem Wappen Leo X. und ein viertes hat im Cartouche die Worte: Scherzi e giocchi diversi de putti etc. H. 4 Z. 1 L., Br. 5 Z. 8 L.
Der Fries mit der Raub der Sabinerinnen, in zwei Platten. Petrus Berretinus Corton. pinx., was Bartsch nicht angibt; nach ihm soll es nur heißen: Pinx. et incid. an. sal. 1649.
H. 5 Z. 6 L., Br. 32.7 L. ;
Die Geschichte verzeichnet das, was ihr die Zeit diktiert. Im Grunde spielen zwei Weiber Schach und auf der Fahne des Genius steht: HISTORIE DI PISTOIA. In der ersten Manier des Künstlers, H. 7 Z. 3 L., Br. 5 Z.
Semiramis eilt vom Putzstische, um einen Aufruhr zu stillen, 1647. H. 7 Z., Br. 9 Z. 10 L. |
Im zweiten Drucke fehlt die Jahrzahl, und hier ist Rossi’s A-
dresse mit der Schrift: Semiramis jurat non nisi devicto hoste reli- gaturam capillos. '
Cleopatra vor Antonius im Begriffe, die Perle aufzulösen, ihr zur Seite eine Frau in Erstaunen, 1647. H. 10 Z. 6 L., Br. 5 Z.
Es gibt von diesem Blatte zweierlei Abdrücke, jeder mit dem vol- len Namen des Künstlers, doch fehlt auf den zweiten die Jahrzahl. Dagegen liest man: Cleopatra poculum Amoris libat Antonio ete, er Tod der Virginia, Hyacinthus Gimignanus Pistoriensis Pie- tor D. — Cum Priu. Sum. Pont. Ping. A. S. 1644. Incidebat 1648. H. 11 Z. 9 L., Br. 15 Z. 10 L.
Venus auf dem Ruhebette im Schatten, den ein grosses Tuch be- wirkt. Ein schwebender Amoret bietet ihr eine Traube und vor ihr lässt ein Bacchant den Saft der Traube in eine Vase träu- feln. Im Grunde sind viel kleine Amoretten mit der Weinlese beschäftiget, 1647. H. 16 Z., Br. 11 Z. 6 L.
Zwei Blätter für F. Stradae de belle Belgico decades duae., Ro-
Die Einnahme von Tournay, im Jahre 1647 gestochen.
Die Schlacht von Covensteyn, in demselben Jahre gelertiget. Je- des 10 Z. 9 L. hoch und 15 Z. breit, .
Folgende Blätter kannte Bartsch nicht:
Die vier Jahreszeiten in eben so vielen Landschaften.
Frühling: acht ringende Liebesgötter; Sommer: vier solche; Herbst: Bacchus mit einer Traube und drei Amoren; Winter: ein schlafender Amor, zwei Liebesgötter und eine Frau. Ohne Zeichen. Rund, Durchmesser 4 Z. 11 L.
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