Gibelin, Antoine Esprit, Maler, geb. zu Aix 1730, gest. 1814. Er studierte lange Zeit in Italien und hier erhielt er den Preis der Akademie zu Parma mit dem Bilde, welches Achill im Kampfe mit Scamander vorstellt. Im Jahre 1771 kehrte er nach Paris zurück, und hier führte er zuerst in der medicinischen Schule mehrere Frescobilder aus, neben andern sechs lebensgroße Figuren: die Os- teologie, Chirurgie etc., und colossal malte er die Gestalt der Hy- gea. Hierauf malte er am südlichen Fronton der Militärschule den Mars mit Attributen und in der Kirche der Kapuziner der Chaussée- d’Antin malte er die Predigt des Kirchenpatrons in Fresco. Gibelin malte indessen auch mehrere Bilder in Öl , und eine große Anzahl von Zeichnungen sind in den Händen der Liebha- ber. Indessen gehört Gibelin weder zu den guten Coloristen, noch zu den korrekten Zeichnern, seine Gedanken aber sind originell, edel, die Komposition malerisch, und dabei herrscht darin jene Gra- zie, welche den Franzosen gefällt. Als Frescomaler erwarb er sich besonderen Beifall, und die Zahl solcher Werke in öffentlichen und Privatgebäuden war bedeutend. Auch etliche geätzte Blätter finden sich von seiner Hand: L’accouchement, nach der Darstellung in der chirurgischen Schule zu Paris, neben andern in der Description des écoles de chirurgie par M. Gondoin, 1780 fol. S. auch Gribelin.
La coalition und l’unisson, zwei Allegorien aus der republikanischen Zeit; Venus guidant les traits de l’amour.
Auch nach ihm wurde Einiges gestochen: von Porporati la prêtresse compatissante; von Walperga la correction conjugale; von Beisson le chagrin monte en croupe et galope avec lui etc.
Gibelin ist auch als Schriftsteller zu erwähnen, und seine archäo- logischen Werke werden in der Biographie universelle neben sei- nen farbigen und monochromatischen Fresken näher bezeichnet. Eines seiner Werke handelt von dem Ursprunge und der Form der republikanischen Freiheits-Kappe, worin er beweist, dass diese in jener Gestalt bei den Alten vielmehr das Zeichen der Skla- verei war. Diese Abhandlung erschien 1786 in 8°, mit 5 R.
Er schrieb auch zwei Mémoires über den Borghesischen Fechter, im IV. Band der Mémoires des Instituts. Gibelin wollte damit be- weisen, dass wir hier einen Ballspieler aus dem Alterthume haben. Überdies hat man von ihm noch andere archäologische Abhand- lungen.
Es ist dieses jener Gibelin, der in Füssly’s Supplementen zum Künstler-Lexicon dreimal hintereinander folgt.
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