Gibbons, Grieling. — Gibkle, Jean Nepom., 157 ,
Schönheit ansprechen. Nun wagte sich Gibbons auch an grössere Arbeiten in Holz und Stein. Ein wahres Meisterwerk nennt man seine in Holz geschnitzte Steinigung des heil. Stephan, welche zu Walpole’s Zeiten der Herzog von Chandos besass. Für den Hof des Sanquettin „House“ führte er die Statue Jakob II. aus, die auf der Stelle errichtet wurde, wo Carl I. sein Blut vergoss, und Jakob selbst ist vorgestellt, wie er ernst sitzend jene Stelle betrachtet, wo Königsblut floss. Goede (England 111. 150) rühmt den Ausdruck der Statue als unübertrefflich, und das Ganze als ein Werk von einfachem, grossartigem Charakter. Von Gibbons ist auch das prächtige Denkmal des Viscount Baptist Noel Camden in der Kirche zu Exton in Rutland- shire, das Laubwerk im Thore der St. Paulskirche, das treffliche Basrelief des Abendmals zu Burleigh und einige kleine kunstreich geschnitzte Sachen zu Chatsworth. Walpole besass von ihm eine Herodias mit dem Kopfe des Täufers und ein Relief aus Elfenbein. Ein grosser Reichthum von mannigfaltigen Arbeiten Gibbons war im Schlosse zu Petworth, das ein Opfer der Flammen wurde. Dallaway beschreibt diese Schnitzwerke. Andere sind zu Windsor und zu Holm Lacey, einem Gute des Herzogs von Norfolk . Auch in der Capelle von Trinity - College zu Oxford sind Sculpturen von ihm, und im
Hof der Londner Börse rührten von seiner und von C. G. Cibber’s Hand die meisten Statuen her. In der Westminster-Abtey ist Newton’s Monument von seiner Hand gefertigt, überhaupt sind die Arbeiten dieses Künstlers in England häufig. Sie werden sehr gerühmt; allein sie sind durchaus keine Muster des guten Geschmacks, aber mit ausserordentlichem Fleisse vollendet. Besonders geschickt war er in Darstellung von Blumen, und seine Vögel sind so ausgearbeitet, dass man fast die Federn zählen kann. Spitzen und Halskrausen wusste er trotz der zartesten Damenhand zuzurichten, so wie er sich denn gerne mit künstlichen Tändeleien beschäftigte. Solche kleineren Sachen gelangen ihm auch besser als Statuen, obgleich man auch solche gerühmt findet. Nachrichten über diesen Künstler, der 1721 starb, findet man bei Walpole und R. d’Argensville; auch in Fiorillo’s Geschichte der zeichnenden Künste in England. Watelet hätte lieber von ihm geschwiegen, wenn er bis dahin nicht fast der einzige englische Bildhauer gewesen wäre. Heinecke verwechselt ihn mit C. G. Cibber.
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