Giaquinto, Corrado, Maler, geb. zu Malsetta 1709, gest. 1765. Er studierte die Anfangsgründe der Kunst bei Sulimena zu Neapel , und 1723 ging er nach Rom , um hier seine Studien fortzusetzen, Er folgte besonders den Grundsätzen des S. Cunca, der zu seiner Zeit großes Ansehen genoss. Die Werke Corrado’s, die er zu Ma- cerata, in Turin und an andern Orten hinterließ, sind noch ma- nierirter als jene Conca’s, doch gefiel er durch seine leichte und kecke Manier, und durch seine glänzende Färbung, über welcher man Correktheit vergass. Im Jahre 1735 nahm ihn die Akademie von S. Luca zu Rom unter die Zahl ihrer Mitglieder auf, und 1733 erhielt er von Ferdinand VI. einen Ruf nach Spanien, um den Jakob Amiguni zu ersetzen. Zu Madrid malte er im k. Palaste zu allgemeiner Zufriedenheit, denn L. Giordano hatte auch in Spa- nien das Auge an Oberflächlichkeit gewohnt. Hier blieb Corrado bis 1761, denn Carl III., berief Raphael Mengs an seinen Hof, wor- auf unser Künstler nach Neapel zurückkehrte. Mengs verachtete die Werke seines Vorgängers nicht; besonders gefiel ihm im k. Palaste das Fresco, welches die Religion und die Kirche vorstellt, wie ihnen zu den Füssen Spanien reiche Opfer bringt. In der Darstellung der Schlacht von Clavijo, die zwischen den Spa- niern und Mauren vorfiel, soll Giaquinto den ganzen Reichthum seiner Phantasie und seines Colorites verschwendet haben. In Spa- nien malte er auch verschiedene Ölbilder für Kirchen und Priva- ten. Corrado war überhaupt in Spanien ebenso geschätzt, wie in Italien, und er soll dieses Land nur aus Neid über den Enthusiasmus, den Mengs erregte, verlassen haben. In der Leichtigkeit der Ausführung suchte Corrado seines Gleichen; er componirte mit jener Grazie, die seiner Zeit gefiel, und seine glänzende Färbung bestach das Auge. Besonders gerühmt wurde sein Talent in der Freskomalerei. Das Lob, welches ihm von seinen Zeitgenossen gespendet wurde, gilt nur einem gefälligen Schnell- und Modemaler, der die Spanier vor den Werken eines Mengs längere Zeit frösteln machte.
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