Gessner, Salomon

Gessner, Salomon, Dichter und Künstler, geb. zu Zürich 1730, gest. 1788.

„Zu helfen, wobei er mit angestrengtem Fleiße mehrere Landschaften von eigener Erfindung in Öl malte, ohne jemals darüber eine Anleitung erhalten zu haben; sonst hätte er wohl nicht seine Farben durch Zurückhaltung, der Wechsel zur Wiederkehr in dasselbe zu volle Form der Gebäude, Kleidungen, Gerätschaften, die Ver-

Gessner, Salomon.

Dieser ausgezeichnete Mann, dem es zuerst gelang, Aufmerksamkeit für deutsches Kunstgenie auch in Frankreich , England und Italien zu erwecken, offenbarte in zwei verschiedenen Gebieten der Kunst, der Malerei und Poesie , die Schönheit seines Gemüts. Hier in diesem gedrängten Auszuge kann nur vom Maler die Rede sein; das übrige überlieferte sein würdiger Biograph J. J. Hottinger. Schon in der Schule, freilich zur Unzeit, beschäftigte sich Gessner mit Wachsbildnerei, zeichnete ebenfalls in späterer Zeit, jedoch ohne Plan und Wahl, was ihm vor die Hände kam, bald aus der Natur, bald nach eigener Erfindung oder den Nachbildungen der Kunst, je nachdem Laune oder Zufall ihn leiteten. Von seinen Eltern zum Buchhandel bestimmt, wurde er nach Berlin geschickt, um sich dort in einer angesehenen Buchhandlung zu seinem künftigen Berufe vorzubereiten. Strenge, ja knechtische Behandlung verirrten ihm das Haus, und er verließ es. Seine Eltern suchten ihn zu bewegen, ein Umstand, der ihn zwang, durch eigene Mittel sich zu helfen, statt mit Leinöl mit Baumöl gerieben, so dass die Gemälde nicht trocknen wollten. Obgleich diese Arbeiten den Beifall des Hofmalers Hempel erhielten, so bestimmte es ihn doch nicht, sich ausschliesslich der Kunst zu widmen. Erst in seinem 36sten Jahre entschloss er sich diese Bahn zu betreten, und er brachte es durch beharrlichen Fleiß noch dahin, die Schöpfungen seiner Phantasie auf eine geist- und geschmackvolle Weise mit dem Pinsel und der Radiernebel darzustellen. Unter allen Künstlern seiner Zeit, die, wie er, Italien nicht gesehen haben, kann keiner in Absicht auf einfache Schönheit der Composition, auf geschmackvolle Gleichung mit ihm aushalten; keiner hat so das Edle und Schöne des Alterthums in sich aufgenommen, und es wieder in seinen Werken angewendet, als er.

Seine ersten öffentlich bekannt gewordenen Versuche im Radieren bestehen in Vignetten und Kupferstichen zu Büchern, die 1756 herauskamen. Sein erster Versuch in der Aetzkunst ziert die erste Ausgabe des Frühlingsgedichtes von Kleist. Eine sehr geistreiche Vignette mit Berthold Schwarz befindet sich in Vogel’s Artillerie-Wissenschaft. Vier Neujahrsblätter, die Stufen des menschlichen Alters, von 1759 bis 1762, zeigen noch Unbeholfenheit in der Zeichnung und mechanischen Behandlung; rasche Fortschritte schon die erste Ausgabe seiner sämmtlichen Gedichte in Grossoktav-Bänden, mit Titelkupfern und Vignetten, worunter besonders die der beiden letzten Bände schon größere Sicherheit der Zeichnung und anmutige Erfindungen verraten.

Zwei Landschaften in gr. 4. vom Jahre 1764, im Geschmacke Waterloo’s, dürften die Vergleichung mit diesem berühmten Vorbilde nicht scheuen; aber in das ideale Land des Schönen und Edlen ist er schon hindurchgedrungen. In den von 1767–72 in qu. 8 und kl. Fol. herausgegebenen Landschaften. Auge und Hand sind sicher geworden; geistreiche Kraft und liebevoller Fleiß sind überall sichtbar.

In der Reihe seiner Arbeiten folgt nun die niedliche Oktavausgabe seiner Schriften in 5 Bänden, mit Titelkupfern und Vignetten voll Geist und Zartgefühl, die in den Jahren 1770–72 herauskam. Die vollkommenste und reichste Ausstattung von Seite der Kunst liess er jedoch seinen Gedichten in der grossen Quart-

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