Gessner, Conrad, Pferde - und Schlachten-Maler, geb. zu Zürich 1761, gest. daselbst , der Sohn des als Dichter und Maler gleich berühmten Salomon Gessner. Er ergab sich schon im väterlichen Hause der Kunst, genoss den Unterricht des Salomon Landolt und Heinrich Wuest, und betrat 1784 die Kunstakademie zu Dresden . Schon im Jahre 1785 erregte er durch seine Bataillenstücke voll Feuer und Geist ungemeines Aufsehen. Man bewunderte die Kühnheit der Erfindung, die geschickte Anordnung und die kräftige Ausfüh- rung; jedoch waren seine Arbeiten selten vollendet. Ebenso selten hielt er die Palette ganz rein, was er selbst bei friedlichen und an- gemessenen Gegenständen sich nie ganz abgewöhnen konnte. Im Jahre 1787 beschickte er Italien , wo er sich ausschliessend der Landschaftsmalerei widmete, und meisterhafte Studien im Geschmacke des Salvator Rosa ausführte, die aber nachher in England in die Hände begüterter Liebhaber übergingen. Nach zwei Jahren beglei- tete er einen Schottländer, Douglas, nach England; brachte auch einige Jahre in Schottland zu, wo er eine Menge Gemälde und
— Er verfertigte Zeichnungen, und machte dabei selbst im Colorite bedeutende Fortschritte. Nun ging er zu einer lebhaftern, wärmeren und leichteren Darstellung über. In London versuchte er 1802 auch am Radieren; und in der sogenannten „Kreidemanier“, später verfertigte er zu Zürich auch ein Paar für jene Zeit junge Platten im Steindruck . Nachdem er wieder aus England zurückgekehrt war, erwachte seine alte Neigung zu kriegerischen und ländlichen Szenen: Englische Cavallerie, Fuchsjagden, Bären, die von Bären angegriffen, und andere dergleichen Gegenstände wechselnd mit dichten Waldparthien, Bauernhütten mit bemosten Strohdächern, ländlichen Brunnen, an welchen Vieh gebrannt wird u. s. w. In seinen Compositionen herrscht stets einfache Natur; dabei sind sie malerisch wohlgeordnet und durch überraschende Lichteffekte, Nebelwirkungen u. dgl. über die gemeine prosaische Wirklichkeit erhoben.
10 Blätter. Pferde, Hunde, Kühe, Heft in Aquatinta, gr. 8° 10 Blätter Pferde, meist mit Knechten u. dgl. Fig., II. Heft, geistreich radirt, wie die folgenden. 4 Blätter: Zwei Bullenbeisser; zwei Pferde; zwei Pferde und ein Füllen; zwei Pferde und ein Reitknecht im Stalle, kl. qu. 4. Zwei Pferde an der Krippe, in Stoope’s Manier, qu. 4. Die Hündin mit drei Jungen, qu. 12. Karren mit drei Pferden und Knecht, qu. 4. Drei Pferde im Stalle; auf dem einen ein Bauernjunge, kl. qu. fol. Zwei Reitpferde am Trog und ein Knecht, qu. 4. Die Landschaft mit der Schweizerhütte, vorn ein saufendes Pferd am Trog, Bauernbube mit Kuh und Kalb, qu. fol. Zwei sitzende am Futtertrog, links der Knecht mit dem Fasse. Ein stehender und ein liegender Hund, kl. qu. fol. Drei Pferde bei Mauerwerk, der Knecht sattelt das eine, qu. 4. Zwei Esel, qu. 4. 2 Blätter mit Pferdestudien, qu. fol. 2 Blätter Acker- und Reitpferde mit Bauernknaben in Gehöften. 2 Blätter Pferdeverkauf mit Soldaten, Juden und andere Figuren bei Hausthoren, qu. fol.
Die radirten Blätter dieses Meisters sind bisher in Deutschland wenig bekannt geworden. Auch wissen wir nicht, ob nicht noch andere von seiner Hand existieren, oder ob unser Verzeichnis complet ist. Wir fanden sie in R. Weigel’s Catalog der Kunstsammlung des Dekan Veith I. 102 angegeben. 658
Dieses ist jener Gessner, dessen Fiorillo in der Geschichte der Mälerei in England erwähnt. V. S. 824.
Johann Jakob Gessner in Zürich, wo er von 1706 bis 1737 Münzmeister war. Seiner finden wir in der Sammlung berühmter Medailleurs erwähnt, als eines Künstlers, der ohne Anweisung, nur durch sein eigenes Talent einer der besten Stempelschneider seiner Zeit wurde. Man hat von seiner Hand Schmuckmedaillen.
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