Géricault, Jean Louis Théodore André

Géricault, Jean Louis Théodore André, Historienmaler und Lithograph , geb. zu Rouen 1790, gest. zu Paris 1824. Dieser talentvolle Künstler studierte anfangs im Atelier des Carl Vernet, und hierauf kam er unter Guerins Leitung. Von 1812 an sah man Bilder von seiner Hand, besonders Soldatenstücke; im Jahre 1819 aber trat er mit einem großen Bilde hervor, dessen ergreifender Gegenstand durch Reynolds Stich bekannt ist. Dieses Gemälde, welches im Musée royal zu Paris aufbewahrt wird, stellt den Schiffbruch der Fregatte Medusa vor, oder vielmehr die Angst und Verzweiflung, welche die Mannschaft ergreift, die sich in das Boot der Fregatte geflüchtet haben. Dieses Bild, mit seiner schauerlichen Wahrheit, löste eine Art von Entsetzen aus, und der Künstler fand den Beifall nicht, den er erwartet hatte. Man schalt den Gegenstand widerwärtig, aber nur das Thema, welches sich Géricault zur Lösung vorgesetzt hatte; die Herrschaft des Künstlers über die Mittel seiner Darstellung war aber unverkennbar, es leuchtete daraus ein großes Talent. Doch das Schauerliche der Handlung drängte die Beifallsbezeugungen zurück, was den Künstler so entmutigte, dass er mit einem gewissen Groll die Historienmalerei gänzlich verließ, in welcher er sicher einen ehrenvollen Platz hätte behaupten können. Er widmete sich nun ausschließlich dem Studium der Pferde, und ausgerüstet mit Kenntnissen höherer Art brachte er es auch in Darstellung dieser edlen Tierart zur Vollkommenheit. Er kopierte hier die Natur in ihrer Naivetät und eigenartigen Schönheit. Besonders zu erwähnen sind daher seine Pferdestudien, von denen er einige selbst lithographiert hat. Sie erschienen in Lieferungen. Géricault hat unglaublich viele Zeichnungen hinterlassen, die von den Liebhabern sehr teuer bezahlt werden. Sie sind im grossen Stil ausgeführt und im Allgemeinen aus der Natur gegriffen. Mehrere seiner Lithographien sind in Arnauts Geschichte Napoleons, wie: die Schlacht von Chacabuco und jene vor Maipu in Spanien, eine Episode aus dem Rückzuge von Moskau;

Géricault war als Künstler und Mensch gleich achtenswert.

Seine Begeisterung für die Kunst war so gross und so tief in der Seele, dass er im letzten Jahre, in welchem ihn eine schmerzhafte Krankheit langsam zu Tode marterte, junge Leute bezahlte, um vor seinen Augen die besten Werke neuerer Meister, besonders die von Gros, zu kopieren.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_FYTrAAAAMAAJ