Gerbier d’Ouvilly, Balthasar, Maler und Baumeister von Ant- werpen, wo er 1501 geboren wurde. Sein Hauptfach war die Mi- niaturmalerei, allein auch in der Baukunst dünkte er sich hoch. Er sah Italien , und wusste sich überall so geltend zu machen, dass er schon in jungen Jahren einen Ruf nach England erhielt, wo er der besondere Günstling Karl’s I. wurde, da er auch jener des Herzogs von Buckingham war. Diesen begleitete er nach Spanien , bei Gelegenheit der Unterhandlung über die Vermählung des Kronprinzen mit der Infantin, und auch er, obgleich nur in der Eigenschaft eines Malers, soll hiebei keine unbedeutende Rolle gespielt haben, so wie er denn überhaupt das Talent hatte, sich geltend zu machen. Er malte die Infantin und dieses Bild wurde an Jakob I. gesandt. Im Jahre 1618 malte er auch den Herzog von Buckingham in Miniatur zu Pferde, und zwar sehr ähnlich, in einem grossen Oval. Wo dieses Bildniss sich befindet wissen wir nicht. Der Herzog gebrauchte seinen schlauen Maler zu verschie- denen Geschäften und nach Jakob’s Tod wurde er nach Flandern geschickt, um eine Annäherung Spaniens und Grossbritanniens zu erwirken, und erscheint in seinem Unternehmen glücklich gewesen
zu, seyn, da er , nach dem Tode des Herzogs, zum Ritter er- nannt und an die Stelle des Architekten Inigo Jones zum Aufscher der Gebäude erwählt wurde. Jetzt hatte er volles Feld zu sei- nen Projekten. Im Jahre 1648 bemühte er sich, eine Akademie der Wissenschaften und Künste für bemittelte Jünglinge zu stiften, und er schrieb auch eine Art von Encyclopädie, die aber von Butler verspottet wurde. Auch die Akademie ging nach ein Paar Jahren wieder ein. Im Jahre 1653 beschenkte er das Publikum mit einer zweiten schlechten Schrift, in welcher er von den Günstlingen der europäischen Höfe schreibt, und 1660 wollte er endlich auch Ameri- ka mit seinen Talenten beglücken. Hier wurde der Abentheurer jedoch festgesetzt, und mit solcher Gewaltthätigkeit, dass er dabei einen Sohn verlor. Nach einiger Zeit schickte ihn der Gouverneur von Surinam nach Holland zurück, wo er bei den Generalstaaten gegen dieses Benehmen klagbar auftrat, doch ohne Genugthuung zu erlangen. Jetzt beschäftigte er sich mit gelehrten Arbeiten, er- scheint aber unter Karl II. wieder in England, da er beim Emp- fang dieses Königs die Zeichnungen zu den Triumphbögen fer- tigte. Seine letzten Arbeiten waren die Plane zu Hempsted Hall, dem später abgebrannten Landsitze des Lord Craven, worauf er 1667 sein unruhiges Leben beschloss. Über seine literarischen Ar- beiten gibt Walpole Nachricht. Darunter ist eine kleine Abhand- lung über Prachtbauten, worin er sich über I. Jones setzt, obgleich er von der Würde der Baukunst keinen Begriff hatte.
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